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Aktuell Welt

UN-Sicherheitsrat verurteilt Orlando-Attentat

Am Ende einigten sich die Mitgliedsländer des UN-Sicherheitsrats auf eine Verurteilung der Orlando-Attacke. Doch der Weg dahin war schwierig, weil bestimmte Länder Homosexualität immer noch verfolgen.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat das blutige Attentat auf einen Homosexuellen-Nachtclub in Florida scharf verurteilt. In der von den 15 Mitgliedsstaaten einstimmig verabschiedeten Erklärung war von einem "Terrorangriff" die Rede, dem "Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung" zum Opfer gefallen seien. Dem Votum waren nach Diplomatenangaben schwierige Verhandlungen vorangegangen, weil sich die Ratsmitglieder Russland und Ägypten zunächst gegen einen Verweis auf die sexuelle Orientierung der Opfer gesträubt hätten.

Der stellvertretende UN-Botschafter der USA, David Pressman, kritisierte die fortbestehenden Vorbehalte mancher UN-Mitglieder gegen den Schutz der Rechte von Schwulen und Lesben. Die Weltgemeinschaft müsse sich auf die "grundlegende Prämisse einigen, die universelle Würde aller Menschen zu wahren, ungeachtet, wen sie lieben". Es reiche nicht aus, "nur die Terroristen zu verurteilen, die diese Menschen töten".

Ägypten und Russland verfolgt Homosexuelle

Die USA hatten den Textentwurf bereits am Sonntag eingebracht. Russland und Ägypten konnten nach Diplomatenangaben erst nach längeren Beratungen zur Zustimmung bewegt werden. In beiden Ländern werden Menschenrechtlern zufolge die Rechte von Schwulen und Lesben systematisch verletzt.

US-Diplomat Pressman warf den Vereinten Nationen vor, grundsätzlich zu wenig zum Schutz sexueller Minderheiten zu tun. "Würde sollte nicht so schwer zu schützen sein", sagte er.

Erst kürzlich hatte die UN-Generalversammlung 22 Gruppierungen - darunter vielen Homosexuellenverbänden - die Akkreditierung für eine Konferenz zum Thema Aids verweigert. Russland, mehrere muslimische Länder, Tansania und Kamerun hatten die Zulassung blockiert. Homosexualität ist in 77 Ländern immer noch strafbar. In fünf Ländern kann die Todesstrafe verhängt werden.

Ein 29-jähriger Attentäter hatte in der Nacht zum Sonntag einen Nachtclub in Orlando mit Schusswaffen angegriffen und anschließend Gäste als Geiseln genommen. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei beendete die Geiselnahme gewaltsam und tötete dabei den Attentäter. 49 Gäste starben.

as/jj (afp, ape)