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Aktuell Amerika

UN-Sicherheitsrat beschließt Beobachtermission in Kolumbien

Der Bürgerkrieg in Kolumbien steht nach mehr als einem halben Jahrhundert vor dem Ende. Dass es tatsächlich zum Frieden kommt, sollen UN-Beobachter sicherstellen. Der Sicherheitsrat folgte dem Wunsch beider Kriegsgegner.

Die 15 Mitglieder des Weltsicherheitsrates stimmten einmütig für die Schaffung einer Beobachtermission, die den künftigen Waffenstillstand überwachen soll. Damit folgt das höchste Gremium der Vereinten Nationen dem Wunsch sowohl der kolumbianischen Regierung als auch der Farc-Rebellen.

Die Resolution sieht einen unbewaffneten Einsatz von zunächst zwölf Monaten in dem lateinamerikanischen Land vor. Es besteht aber die Möglichkeit einer Verlängerung. Demnach soll UN-Generalsekretär Ban Ki Moon binnen 30 Tagen nach Abschluss des Friedensabkommens dem Sicherheitsrat konkrete Vorschläge zum Umfang und zum Mandat der Mission machen. Ihr sollen insbesondere Beobachter der "Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten" (Celac) angehören. Anschließend soll der UN-Generalsekretär alle drei Monate über den Fortschritt des Friedensprozesses berichten.

"Eine wichtige Etappe zum Frieden"

Der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft (im Artikelbild links), der die Resolution ausgearbeitet hatte, sprach von einer "wichtigen Etappe zum Frieden in Kolumbien". Es sei schon lange her, dass ein Land von sich aus solche Unterstützung der Vereinten Nationen erbeten habe. "Aber das ist genau die Rolle, die die UN bei der Lösung von Konflikten spielen sollten", so Mycroft weiter. "Ich hoffe, dass der heutige Tag den Start in die letzte Etappe der Friedensgespräche markiert."

USA UN-Sicherheitsrat beschließt Beobachtermission in Kolumbien in New York

Außenministerin Holguin: "Unser Kontinent kann endlich ohne diesen Konflikt leben"

Kolumbiens Außenministerin Maria Angela Holguin sagte, ihr Land hoffe darauf, dass der Abschluss im März tatsächlich zustandekomme. "Endlich wird unser Kontinent ohne diesen Konflikt leben können" sagte sie vor Reportern im Anschluss an die Entscheidung des UN-Sicherheitsrates.

Vertreter der "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (Farc) und der Regierung in Bogotá verhandeln seit November 2012 in der kubanischen Hauptstadt Havanna über einen Friedensplan. Im vergangenen September erzielten sie einen Durchbruch und kündeten einen erfolgreichen Abschluss für März 2016 an.

Offene Fragen

Bei den Friedensverhandlungen haben sich die Teilnehmer in vier von sechs Kapiteln geeinigt. Offen ist aber noch die Frage der Entwaffnung und die Art, wie das Friedensabkommen ratifiziert werden soll.

Und so warnte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power (im Artikelbild rechts), vor verfrühtem Jubel: Es liege noch viel Arbeit vor allen Beteiligten. Dazu zählten die Entschärfung von Landminen und die Wiedereingliederung von Kämpfern in die Gesellschaft. Nach UN-Angaben verzeichnet Kolumbien die weltweit zweithöchste Zahl an Minenopfern pro Jahr.

50 Jahre Mord und Totschlag

Der Bürgerkrieg in Kolumbien hat das Land mehr als ein halbes Jahrhundert lang zerrissen. Mindestens 220.000 Menschen starben in dem Konflikt, rund 40.000 verschwanden spurlos und mehr als 5,3 Millionen mussten vor der Gewalt fliehen und ihre Heimatorte verlassen. Nach Syrien ist Kolumbien das Land mit den meisten Binnenflüchtlingen.

mak/haz (dpa, afp, rtre, ape)