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Asien

UN rufen zu Spenden für Flutopfer auf

Nach der Überschwemmungskatastrophe auf den Philippinen haben die Vereinten Nationen zu Spenden aufgerufen. Nach jüngsten Angaben kamen durch die Flut mehr als 1000 Menschen ums Leben, Hunderttausende wurden obdachlos.

Menschen vor zerstörten Häusern (Foto: AP)

Erst langsam zeigt sich das ganze Ausmaß der Zerstörung

Für die Versorgung der mehr als 640.000 Menschen, die durch die Flut ihre Bleibe verloren haben, seien 28,6 Millionen Dollar (22 Millionen Euro) nötig, teilte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Soe Nyunt-U am Donnerstag (22.12.2011) mit. Die Bedürfnisse der Betroffenen seien "überwältigend".

Nach den schweren Überschwemmungen im Süden der Philippinen werden immer noch viele Menschen vermisst. Die zuletzt genannte Zahl von rund 1000 Todesopfern wird sich nach Einschätzung des philippinischen Zivilschutzes noch erhöhen. Die Rettungskräfte suchen weiterhin fieberhaft nach Opfern. Viele Obdachlose sind in Notunterkünften in öffentlichen Schulen oder Kirchen untergebracht. Inzwischen wächst die Sorge vor einem Ausbruch von Epidemien.

Chaotische Zustände

Menschen liegen in Notunterkünften eng nebeneinander auf dem Boden (Foto: EPA/DENNIS M. SABANGAN)

Die Notunterkünfte sind restlos überfüllt

Die sanitären Bedingungen in den Notunterkünften seien katastrophal und daher wachse die Seuchengefahr, sagte Vize-Gesundheitsminister Eric Tayag. "Sollte es Epidemien geben oder andere Gefahren für die Gesundheit, dann werden sie von den Notlagern ausgehen", so Tayag im philippinischen Fernsehsender ABS-CBN. Gefährdet seien vor allem die vielen Kinder sowie schwangere Frauen. Er warnte davor, sich zu sehr auf die Toten zu konzentrieren und dabei die Lage der obdachlos gewordenen Menschen zu vergessen.

Nach Behördenangaben herrschen in den zu Notlagern umfunktionierten Schulen und Sporthallen der beiden Hafenstädte Cagayan de Oro und Illigan chaotische Zustände. Es fehle an Lebensmitteln, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. In den Schulen von Illigan müssen sich 3000 bis 4000 Bedürftige ein bis zwei Toiletten teilen, berichtete ein Vertreter des Gesundheitsamts. Die Feuerwehr bringe zwar sauberes Wasser in die Notunterkünfte, doch es reiche bei weitem nicht aus. Außerdem mangelt es dem Vertreter zufolge an erfahrenen Teams zur Verwaltung der Lager.

Hilfe für die Opfer

In einer Notunterkunft trägt ein Mann einen Karton mit Habseligkeiten(Foto: AP)

Es fehlt an Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und Decken

Unterdessen haben internationale und örtliche Organisationen Hilfe für die etlichen Opfer in die Krisenregionen geschickt. Die Europäische Union will drei Millionen Euro spenden, kündigte Kristalina Georgiewa, die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, an. Das Geld solle für Aufräumarbeiten, Lebensmittel, Unterkünfte, Medizin und Wasser verwendet werden. Das Auswärtige Amt stellte knapp 500.000 Euro für humanitäre Soforthilfe zur Verfügung. Mit den Mitteln soll die Verteilung von Hilfsgütern wie Hygienekits, Moskitonetze, Decken und anderen lebensnotwendigen Bedarfsgegenständen finanziert werden, teilte das deutsche Außenamt in Berlin mit.

Verheerende Schäden

Zerstörung und Chaos in den Wohnvierteln (Foto: AP)

Menschen suchen in ihren zerstörten Häusern nach Habseligkeiten

Der Taifun "Washi" hat in der vergangenen Woche auf der südlich der philippinischen Hauptinsel Luzon gelegenen Insel Mindanao Zerstörung und Chaos hinterlassen. Niederschläge, deren Menge dem durchschnittlichen Wert eines gesamten Monats entsprach, prasselten innerhalb von nur zwölf Stunden auf Mindanao nieder. Zahlreiche Städte wurden von Flüssen, die über die Ufer getreten waren, überschwemmt. Zerstörte Häuser, mitgerissene Gegenstände und anderes Treibgut wurden für die Menschen, die sich auf ihren Dächern zu retten versuchten, zur Lebensgefahr. Nach Angaben der philippinischen Behörden sind rund 340.000 Menschen von den Folgen des Taifuns betroffen.

Die Schäden werden auf umgerechnet mehr als 17 Millionen Euro geschätzt. Tausende Häuser auf der Insel Mindanao sind verwüstet, darunter auch Gesundheitseinrichtungen und Schulen. Große Teile der Infrastruktur wurden zerstört: Straßen und Brücken sind ruiniert, Strom- und Wasserbetriebe lahmgelegt. Auch die Landwirtschaft ist getroffen, da Ernten und Vieh vernichtet wurden.

Autorin: Ana Lehmann (afp, dpa, epd)
Redaktion: Alexander Freund/Thomas Grimmer