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Wirtschaft

UN rufen Unternehmen zu mehr Verantwortung auf

Menschenrechte, Klimawandel, Kampf gegen Korruption: Unternehmen sollen sich stärker engagieren, fordern die UN. Zum Auftakt des zweitägigen Kongresses der Global-Compact-Initiative gab es aber auch viel Kritik.

Global-Compact-Initiative in Genf, dpa

Gibt es hier den Heiligenschein für Unternehmen?

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dpa

Er redet den Bossen ins Gewissen: Ban Ki Moon

Unternehmer müssen nach Auffassung der Vereinten Nationen (UN) weltweit hohe Standards wie die Menschenrechte beachten und können davon auch profitieren. Zum Auftakt eines zweitägigen Kongresses der Global-Compact-Initiative der Vereinten Nationen in Genf verlangte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Donnerstag (5.7.) von den Unternehmern mehr Verantwortung für die großen Probleme der Welt wie den Klimawandel oder den Kampf gegen die Korruption.

Profit mit Menschenrechten

Eine von der Investmentbank Goldman Sachs vorgelegte Studie beweise zudem, dass Unternehmen, die auf sozialem und umweltpolitischem Gebiet führend sind, seit August 2005 ihre Kapitalmarktwerte um rund ein Viertel über den Börsendurchschnitt hätten steigern können.

Ban Ki Moon rief die Unternehmen aus, ihre früher gemachten Zusagen über eine soziale, ethische und ökologische Unternehmensführung einzulösen. Er sagte, dass zwar Fortschritte erzielt worden seien. "Aber es gibt noch einiges zu tun." Die mehr als 3000 am Global Compact teilnehmenden Firmen haben die Einhaltung von zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsstandards, Gewerkschaftsfreiheit, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung zugesagt.

Ehemaliger Siemens-Vorstandsvorsitzender Klaus Kleinfeld, AP

Wegen Korruptionsskandal abgesetzt: ehemaliger Siemens-Vorstandsvorsitzender Klaus Kleinfeld

Siemens macht es vor: Korruption trotz UN-Pakt

Eine Umfrage des Global Compact ergab jedoch, dass viele Betriebe sich nicht an die Vorgaben halten. Auch die von Korruptionsskandalen erschütterten Konzerne Siemens und Volkswagen hatten sich der Initiative angeschlossen.

Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International betonte, der Global Compact könne helfen, Schmiergeldzahlungen, Bestechung und Vetternwirtschaft in den Firmen zu bekämpfen. Amnesty international und das Hilfswerk ActionAid warfen den Unternehmen vor, die UN-Initiative zu missbrauchen. "Unter dem Schutzschild des Global Compact streben die Firmen ungehemmt und mit allen Mitteln nach Profit", schrieb ActionAid.

Inder trägt Backsteine, Archivbild, dpa

Moderner Sklave in Indien

Kritik: Beteiligung freiwillig

An der zweitägigen Konferenz nehmen etwa 1000 Manager, Unternehmer, Regierungsvertreter, Gewerkschafter und Delegierte von nichtsstaatlichen Organisationen teil. Unter den Teilnehmern sind auch Vertreter von rund 40 Unternehmen aus Deutschland, darunter Volkswagen, Siemens, Bosch, SAP, Allianz, BASF, Deutsche Bank, Deutsche Post und die Deutsche Telekom. Kritisiert wird unter anderem, dass die Beteiligung am Globalen Pakt freiwillig und das Hauptziel, eine Beachtung der Menschenrechte auch auf allen Unternehmensebenen zu erreichen, somit nicht einklagbar ist.

Am Freitag soll unter anderem eine Verpflichtung zum Klimaschutz unterzeichnet werden. Der 1999 ins Leben gerufene Global Compact geht auf eine Initiative des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan zurück. (vem)

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