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Entwicklungsländer

UN-Organisation fordert: Stärkt die Bauern!

Die Welt-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO hat die Bevölkerungsentwicklung in Entwicklungsländern untersucht. Für die Zukunft fordert sie mehr Investitionen in die lokale Landwirtschaft.

Die UN-Welternährungsorganisation FAO sieht in kleinen und mittelständischen Landwirtschaftsbetrieben einen Schlüsselfaktor für die Wirtschaftsentwicklung in armen Ländern. Laut einem am Montag in Rom veröffentlichten Bericht geht es dabei auch um eine Bleibeperspektive für Millionen junger Menschen, die andernfalls in städtische Zentren oder in Industriestaaten abwandern würden.

Die ländlichen Arbeitsmöglichkeiten seien entscheidend dafür, ob die Entwicklungsziele der Agenda 2030 noch erreicht werden könnten, heißt es in dem FAO-Jahresbericht zur Lage der Ernährung und der Landwirtschaft. Hemmende Faktoren seien eine niedrige landwirtschaftliche Produktion in Entwicklungsländern, geringer Spielraum für Industrialisierung und ein rasches Bevölkerungswachstum.

Der Markt wird explodieren

Allein bis 2020 werde die Zahl der 15- bis 24-Jährigen weltweit um 100 Millionen auf 1,3 Milliarden steigen; praktisch das ganze Wachstum finde im südlichen Afrika und dort hauptsächlich in ländlichen Gebieten statt. Weder der Industrie- und Dienstleistungssektor noch die Landwirtschaft in ihrer gegenwärtigen Form könnten diesen jungen Menschen Jobs bieten.

Dem Bericht zufolge hat sich die Landbevölkerung in Entwicklungsländern seit 1960 praktisch verdoppelt, von 1,6 auf 3,1 Milliarden. Für den Nahrungsmittelmarkt allein im südlichen Afrika sagt die Studie im Zeitraum von 2010 bis 2030 eine Vervierfachung des Marktvolumens auf eine Billion US-Dollar voraus.

Nicht nur auf die Megastädte schauen!

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Die FAO wirbt daher für Investitionen in die Nahrungsmittelproduktion kleiner und mittlerer Unternehmen sowie für eine bessere Anbindung an städtische Zentren. Damit ließe sich der steigende Lebensmittelbedarf in den Städten als Hebel für die Agrarentwicklung nutzen. Ziel sei, Beschäftigung auf dem Land zu schaffen und den Menschen dort ein Bleiben zu ermöglichen.

Laut der Studie ist es nötig, kleine Produzenten zu stärken - unter anderem bei Landrechten, der Vermarktung und dem Zugang zu Krediten. Daneben müsse die ländliche Produktion besser an den städtischen Markt angebunden werden, etwa mit Straßen und Stromnetzen, aber auch durch Lager-, Kühl- und Transportsysteme.

Als Absatzmärkte müsse man stärker auch kleinere Städte in den Blick nehmen. So lebe die Hälfte der urbanen Bevölkerung in Entwicklungsländern in Städten unter 500.000 Einwohnern.

Den Markt stets im Blick behalten!

Zwar sei eine verstärkte Agrar-Produktion in ländlichen Regionen kein Allheilmittel, um Migration aus Entwicklungsländern zu bremsen, so die FAO. Gleichwohl könne sie zur Schaffung dringend benötigter Arbeitsplätze beitragen. Dazu gelte es insbesondere, Infrastrukturen wie Verbindungsstraßen, Lagerräume, Kühltransporte und Zugänge zu Märkten zu verbessern. Neue Arbeitsplätze könnten in der Lebensmittel verarbeitenden Industrie, im Transportwesen sowie in der Verpackungsindustrie entstehen.

Die Autoren des FAO-Berichtes warnen zugleich vor möglichen negativen Folgen der Industrialisierung des Agrarsektors für Millionen von Kleinbauern. In profitablen Märkten drohe eine Konzentration der Lebensmittelproduktion in Großbetrieben. Der Vertrieb laufe dann zunehmend über Großhandelsketten. Durch gezielte Investitionen müsse die Teilhabe von Kleinbauern an der Entwicklung gesichert werden, unterstrich die UN-Organisation.

dk/hb (epd, kna)

 

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