1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Der Bürgerkrieg in Südsudan

UN: Mehr als zwei Millionen Kinder auf der Flucht vor Gewalt im Südsudan

Einmal mehr kommt von den Vereinten Nationen eine aufrüttelnde Warnung wegen des Bürgerkriegs im Südsudan - und damit wie immer verbunden die Mahnung an die Weltgemeinschaft, mehr Hilfe zu leisten.

Flüchtlingskinder aus dem Südsudan in der Turkana im Norden Kenias (DW/S.Petersmann)

Flüchtlingskinder aus dem Südsudan in einem Lager im Norden Kenias

Die Hälfte der Jungen und Mädchen sei über die Grenzen in die Nachbarländer geflohen, teilte eine Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks UNICEF in Genf mit. Drei von fünf Flüchtlingen, die in teils völlig überfüllten Lagern in Uganda, Kenia, Äthiopien und dem Sudan ankämen, seien Kinder. Die Zahlen zeigten, wie schrecklich die Lage im Südsudan mittlerweile sei. Die Zukunft einer ganzen Generation stehe auf dem Spiel.

 "Keine Flüchtlingskrise sorgt mich so sehr wie diejenige im Südsudan", sagte der Afrika-Direktor des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Valentin Tapsoba. Es sei umgehende und umfassende Hilfe der Weltgemeinschaft nötig, um das Leben der Kinder in dem Bürgerkriegsland zu retten. Viele litten unter Traumata und seien auch körperlich ausgezehrt. Mehr als 75.000 von ihnen seien ohne Begleitung Erwachsener in den Flüchtlingslagern angekommen.

Bereits mehr als 1000 Kinder gestorben   

Auch die Situation der Jungen und Mädchen im Südsudan, die (noch) nicht auf der Flucht sind, sei katastrophal. Nach Angaben der beiden UN-Organisationen können drei Viertel der fünf Millionen Kinder derzeit keine Schule besuchen. Seit Ausbruch der Kämpfe seien bereits mehr als 1000 Jungen und Mädchen ums Leben gekommen.    

Im Südsudan herrscht seit Ende 2013 ein Bürgerkrieg zwischen Präsident Salva Kiir und Rebellen unter der Führung des ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar. In Folge des Konflikts und einer Dürre herrscht in dem zentralafrikanischen Land eine Hungersnot. Die Vereinten Nationen rufen seit Monaten zu Spenden auf. Nach UNICEF-Angaben ist bisher erst die Hälfte der benötigten 181 Millionen US-Dollar eingegangen. Ein Hilfsplan des Flüchtlingshilfswerks in Höhe von 782 Millionen US-Dollar ist nur zu elf Prozent finanziert. Der seit 2011 unabhängige Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt, obwohl er über reiche Ölvorkommen verfügt.

sti/hk (dpa, epd, kna)

Audio und Video zum Thema