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Aktuell Nahost

UN mahnt Zurückhaltung in Nahost an

Nach Gefechten zwischen Israels Armee und der libanesischen Hisbollah hat UN-Generalsekretär Ban alle Seiten zu größter Zurückhaltung aufgerufen. Der UN-Sicherheitsrat hielt wegen der Zwischenfälle eine Sondersitzung ab.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat sich nach dem Tod eines spanischen Blauhelmsoldaten an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon zu einer Dringlichkeitssitzung in New York getroffen. Man verurteile den Angriff auf das Schärfste, sagte Chiles UN-Botschafter Cristian Barros Melet, der in diesem Monat Präsident des mächtigsten UN-Gremiums ist. Eine Schuldzuweisung vermied er aber.

Spaniens UN-Botschafter Román Oyarzun machte Israel für den Tod des UN-Soldaten verantwortlich.Der Blauhelmsoldat sei aufgrund der "Eskalation der Gewalt" in der Region gestorben und "die israelische Seite" sei dafür verantwortlich, sagte Oyarzun.

Sorge vor neuem Libanon-Krieg

Auslöser der Dringlichkeitssitzung waren die schwersten Gefechte an Israels Grenze zum Libanon seit fast einem Jahrzehnt: Bei einem Hisbollah-Angriff auf einen Militärkonvoi waren nach Angaben der israelischen Armee zunächst zwei israelische Soldaten getötet und sieben weitere verletzt worden. Bei Gegenschlägen Israels im Südlibanon wurde der spanische Blauhelmsoldat der dort stationierten UN-Friedenstruppe Unifil getötet.

Die libanesische Hisbollah-Miliz bekannte sich zu dem Angriff auf die israelische Armee im Grenzgebiet. Sie übernahm zudem für den Beschuss israelischer Armeestellungen die Verantwortung. Bei den Angriffen handele es sich um Vergeltung für einen Luftangriff auf dem syrischen Teil der Golanhöhen am 18. Januar, teilte die Miliz in Beirut mit. Israel wird für den Luftschlag verantwortlich gemacht. Dabei waren mindestens sechs Hisbollah-Kämpfer und ein iranischer General getötet worden. Der Iran drohte Israel danach mit "verheerenden Blitzschlägen". Auch die Hisbollah kündigte anschließend Vergeltung an.

Israel kündigt harte Reaktion an

Der israelische Rundfunk sprach von den schlimmsten Gefechten an der nördlichen Landesgrenze seit dem Libanon-Krieg im Jahre 2006. Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Das Skigebiet um den Berg Hermon im israelisch besetzten Teil der Golanhöhen wurde evakuiert, die Flughäfen Haifa und Rosch Pina geschlossen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wiederholte seine Warnungen an die Nachbarn. Israel werde hart gegen jeden vorgehen, "der uns an der Nordgrenze herausfordern will". Die israelische Armee sei darauf vorbereitet, "an allen Fronten mit aller Macht vorzugehen", sagte Netanjahu.

Verteidigungsminister Mosche Jaalon ist sich mit Netanjahu einig: "Wir werden einen Beschuss des israelischen Territoriums oder eine Verletzung unserer Souveränität nicht tolerieren." Auch aus den israelischen Oppositionsparteien kamen Forderungen nach einem harten Gegenschlag.

Ban und USA mahnen zu Besonnenheit

"Alle Parteien sollten von jeder Handlung Abstand nehmen, die die Stabilität in der Region untergraben könnte", sagte Ban in New York. Der UN-Generalsekretär äußerte sich tief besorgt über die Verletzungen der Waffenstillstandsabkommen. Die USA verurteilten den Angriff der Hisbollah und sprachen Israel das Recht auf Selbstverteidigung zu. US-Außenamtssprecherin Jen Psaki rief allerdings alle Parteien zur Besonnenheit auf.

Israel und Syrien streiten sich seit fast fünf Jahrzehnten um die Golanhöhen. Israel hatte das rund 1150 Quadratkilometer große Areal im Sechstagekrieg 1967 größtenteils erobert und Ende 1981 annektiert.

sp/wl (dpa, afp)