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Aktuell Welt

UN möchte bis 2030 Strom für alle Menschen

In einigen Entwicklungsländern hat nur jeder Zehnte Zugang zu Strom. Die Vereinten Nationen möchten nun den gesamten Planeten mit Energie versorgen - am besten aus erneuerbaren Quellen. Es ist ein ehrgeiziges Ziel.

Die Achillesverse der modernen Technik leuchtet regelmäßig in den Taschen auf: die Batterieladung heutiger Mobiltelefone und Tablet-Computer hält oft nicht länger als ein Tag. Prompt müssen die smart devices wieder ans Stromnetz. Trotz dieses von vielen Menschen empfundenen Ärgers - es sind Probleme, die sich andere Länder sicherlich wünschten.

So verfügen nach Angaben der Vereinten Nationen in einigen Staaten gerade nur zehn Prozent der Bevölkerung Zugang zu Strom. Ein Zustand, den die UN nicht weiter hinnehmen möchte. Gemeinsam mit der Weltbank hat sie eine Elektrifizierungskampagne für Entwicklungsländer gestartet. Das Ziel: Bis zum Jahr 2030 sollen alle Menschen auf der Welt Strom bekommen. Möglichst viel davon soll aus erneuerbaren Quellen stammen, wie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bei der Präsentation der Initiative "Sustainable Energy for All" mit Weltbank-Präsident Jim Yong Kim am Mittwoch in New York mitteilte.

"Die Nachfrage nach Energie wächst und damit auch die Chancen", sagte Ban. In den vergangenen Jahren seien enorme Fortschritte gemacht worden. "Aber wir brauchen nachhaltige Energieformen für nachhaltiges Wachstum - um Armut zu beseitigen und Wachstumschancen zu stärken, um gegen Klimawandel zu kämpfen und die Fundamente für eine Zukunft zu legen, die wir alle wollen."

Teure Pläne

Aus Sicht des UN-Generalsekretärs sollen für die Umsetzung der Pläne die Regierungen, internationale Organisationen und die private Wirtschaft gemeinsam an einem Strang ziehen. Das ist auch nötig, denn das Vorhaben dürfte besonders teuer werden. Weltbank-Präsident Kim rechnet vor: Investitionen in Höhe von 440 bis 590 Milliarden Euro jährlich wären vonnöten, um die ehrgeizigen Ziele 2030 zu erreichen. Erste Ergebnisse möchte die Weltbank bereits im kommenden Juni vorstellen - sie arbeitet nach eigenen Angaben jetzt schon an Elektrifzierungsplänen in 42 Staaten.

Bei der Präsentation vermied der UN-Generalsekretär sich zum Thema Kernenergie klar zu positionieren. Atomkraft, so Ban Ki Moon, sei in vielen Ländern "ein extrem sensibles politisches Thema". Es ist ein Eis, auf das sich Ban Ki Moon offenkundig nicht begeben möchte. Er kann ja auch jeden Tag sein Handy wieder aufladen.

zam/kel (afp, dpa)