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Artenschutz

UN-Konferenz ernüchtert Umweltschützer

Zwei Wochen lang berieten in Mexiko Vertreter aus aller Welt darüber, wie das weltweite Artensterben gestoppt werden kann. Umweltschützer hatten sich größere Fortschritte erhofft.

"Wir haben in vielen Bereichen einiges erreicht", sagte die deutsche Delegationsleiterin Elsa Nickel. Als Beispiel nannte sie die im mexikanischen Cancún beschlossene Gründung einer "Koalition der Willigen" zum Schutz von Bienen und anderen Insekten. Die Initiative, der auch Deutschland angehört, will die für die Ökosysteme unverzichtbaren Bestäuber besser etwa vor Pestiziden in der Landwirtschaft schützen.

Bei anderen Themen wie etwa dem Meeresschutz müsse dagegen noch nachverhandelt werden, räumte Nickel ein. So müsse in den nächsten zwei Jahren festgelegt werden, welche Schutzgebiete auf hoher See und in nationalen Gewässern entstehen sollen. Unter dem Stichwort "Mainstreaming" sei zudem über Strategien nachgedacht worden, um den Schutz biologischer Vielfalt quer durch Bereiche wie Tourismus, Fischerei oder Forstwirtschaft stärker zum wichtigen Anliegen zu machen.

Lange Rote Liste

Umweltschützer kritisieren die Ergebnisse als unzureichend. "Beim Schutz unverzichtbarer Lebensräume wie Regenwälder, Korallenriffe, Flussauen oder Moore muss die Weltgemeinschaft mehr tun", betonte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. Sonst sei das Ziel, den Artenverlust bis 2020 zu stoppen, nicht erreichbar.

Brasilien Kampf gegen illegale Abholzung (Reuters/U. Marcelino)

Bedrohter Lebensraum: Regenwald

Jedes Jahr sterben mehrere tausend Tier- und Pflanzenarten aus. Neben dem natürlichen Verlust von Spezies sind dafür vor allem der Klimawandel, Umweltzerstörungen sowie industrielle Landwirtschaft und Fischerei verantwortlich. Die Naturschutzorganisation IUCN führt derzeit auf ihrer Roten Liste 24.307 vom Aussterben bedrohte Arten auf.

Die UN-Artenschutzkonferenz findet alle zwei Jahre statt. 2010 hatten die Mitgliedsstaaten konkrete Artenschutz-Ziele für die nächsten zehn Jahre beschlossen. So sollen 17 Prozent der Land- und zehn Prozent der Meeresflächen besser geschützt werden. Bereits jetzt wird ein neuer strategischer Plan für die Zeit nach 2020 entworfen. Im Mittelpunkt soll die Unterstützung von Entwicklungsländern beim Artenschutz stehen.

wa/rb (dpa)

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