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Klimaschutz

UN-Klimakonferenz startet in Marokko

Erst wenige Tage ist es her, dass der neue Weltklimavertrag offiziell in Kraft trat. In Marrakesch erwartet die internationale Gemeinschaft nun die nächste Herausforderung: Wie soll das Abkommen konkret umgesetzt werden?

Wenn es nach den marokkanischen Gastgebern geht, soll es eine Klimakonferenz der Taten werden: Vertreter aus fast 200 Ländern verhandeln ab diesem Montag in Marrakesch über die Umsetzung des Pariser Weltklimavertrags. Vor knapp einem Jahr hatte sich die internationale Gemeinschaft in der französischen Hauptstadt darauf verständigt, die Erderwärmung mindestens auf "deutlich unter zwei Grad" im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Nun will sie dieses Ziel in konkrete Schritte und Zeitpläne übersetzen.

Keine großen Sprünge

Die zweiwöchige Konferenz beginnt mit einer feierlichen Eröffnungssitzung, an der auch UN-Klimachefin Patricia Espinosa und Marokkos Außenminister und Konferenzleiter Salaheddine Mezouar teilnehmen wollen. Während in der ersten Woche vor allem Experten verhandeln, werden in der zweiten Woche Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und andere Politiker erwartet. Ein Aufgebot an Staats- und Regierungschefs wie in Paris, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel oder US-Präsident Barack Obama ihr politisches Gewicht in die Waagschale warfen, ist in Marrakesch nicht zu erwarten - die großen politischen Beschlüsse sind schließlich gefasst.

Frankreich Cop21 Klimagipfel in Paris Klimaabkommen beschlossen (Reuters/S. Mahe)

Die Freude war groß, als der Pariser Klimavertrag endlich in trockenen Tüchern war

In Marrakesch wollen die Delegierten unter anderem über die Fragen beraten, wie ärmere Länder dabei unterstützt werden können, sich an die Folgen der Erderwärmung anzupassen oder wie die von Land zu Land unterschiedlichen Klimaziele verglichen werden können. Gastgeber Mezouar will bei dem Treffen besonders afrikanischen Ländern und Inselstaaten eine Bühne geben. Viele Entwicklungs- und Schwellenländer leiden bereits jetzt unter Wetterextremen.

Ein Wendepunkt?

Am Freitag war der neue Weltklimavertrag bereits offiziell in Kraft getreten. 97 Staaten haben ihn bislang ratifiziert, unter ihnen die größten Klimasünder USA, China, die EU und Indien. Die Mindestanforderungen für das Inkrafttreten des globalen Vertrags wurden somit erfüllt. Die Ratifizierung in so kurzer Zeit von so vielen Ländern gilt als historisch und dokumentiert für viele einen Wendepunkt in der Klimapolitik.

In Deutschland scheitert die Umsetzung des Weltklimavertrags bislang an einem Koalitionsstreit. So wollte Umweltministerin Hendricks eigentlich mit dem "Klimaschutzplan 2050" nach Marrakesch reisen. In diesem soll festgeschrieben werden, wie Deutschland die Ziele des Pariser Abkommens erreichen will. Wie Hendricks zuletzt bekannt gab, kann der Plan wegen der Widerstände in den Unionsparteien nun jedoch erst im Dezember verabschiedet werden.

nin/wa (dpa, afp)