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Kultur

UN-Klimakonferenz geht in die heiße Phase

In Nairobi wird es ernst: Nach Umweltexperten bestimmen jetzt die Politiker das Geschehen auf dem Klima-Gipfel. Die Hoffnungen sind groß, die Erwartungen niedrig.

Drei Delegierte des UN-Klimagipfels mit Protestschildern: Die Verhandlungen stehen still

Unzufriedene Delegierte auf dem Klimagipfel: "Die Verhandlungen stehen still!"

Am Mittwoch (15.11.2006) beginnt auf der 12. UN-Klimakonferenz das sogenannte High-Level-Segment. In den kommenden drei Tagen werden rund 100 Umweltminister aus aller Welt ihre Positionen zum Klimawandel darlegen - und müssen auch deutlichen Schwung in die Verhandlungen bringen.

Portrait-Foto von Yvo de Boer, Chef des UN-Klima-Sekretariats

Yvo de Boer, Chef des UN-Klima-Sekretariats, mit Sitz im deutschen Bonn

Von all der Hektik, all dem Trubel in Nairobi, von der Armut im Umland der Drei-Millionen-Stadt merkt man nichts auf dem idyllisch gelegenen UN-Campus. Ob das von Vorteil ist für die festgefahrenen Verhandlungen auf dem Klimagipfel? Yvo de Boer, der Chef des UN-Klima-Sekretariats geht jedenfalls durch ein Wechselbad der Gefühle: "Vorgestern war ich ein bisschen deprimiert, dann ging alles hinunter. Aber jetzt geht es wieder sehr schön hinauf und ich bin eigentlich sehr positiv gestimmt."

Hoffnung auf einen Wandel des Konferenz-Klimas

Für neuen Schwung müssen nun die vielen Minister sorgen, die jetzt in Nairobi das Sagen haben. Bereits am Dienstag war der deutschen Umweltminister Sigmar Gabriel eingetroffen - und klang nicht allzu optimistisch. Man dürfe nicht denken, dass hier ein Kyoto-Folgeabkommen entstehe. "Ich glaube, dass wesentliche Ergebnis hier wird sein, dass wir uns über die Frage der Hilfe für die Anpassung an den Klimawandel in den armen Ländern der Erde einigen und ein Arbeitsprogramm aufstellen." Dieses könne gegen Ende 2007, Anfang 2008 zu echten Verhandlungen führen - über die Zeit nach 2012.

Doch wie stark wird die Botschaft wirklich sein, die am Ende dieser Konferenz steht? Noch in keinem der vielen strittigen Punkte liegen Lösungen auf dem Tisch. Bei der Verteilung eines sogenannten Anpassungsfonds, mit dem Entwicklungsländern geholfen werden soll, die Folgen des Klimawandels zu meistern, streitet man bis aufs Messer um kleinste Details. Aber gerade die Entwicklungsländer sind es, die unter den Folgen der Erderwärmung leiden - und doch nichts dafür können.

Schnell Handeln - und Geduld üben

"Es ist unabdingbar, dass die Öffentlichkeit nun an ihre politischen Führungen in den jeweiligen Ländern viel stärker auch den Appell richtet: Ihr müsst handeln - und ihr müsst konsequent handeln", fordert Achim Steiner, Direktor des UNO-Umweltprogramms. Wenn man in Nairobi nicht vorankomme, würden weitere Klimaverhandlungen sehr schwer.

Portrait-Foto des Deutschen Umweltminister Sigmar Gabriel

Umweltminister Sigmar Gabriel mahnt zur Geduld

Das weiß natürlich auch der deutsche Umweltminister. Denn es liegt auf der Hand: Setzen die Industrienationen hier in Nairobi nicht ein deutliches Zeichen: sprich - eine klare Ansage für deutliche Reduktionsziele beim Treibhausgas - dann ist es unmöglich, von den Entwicklungs- und Schwellenländern zu verlangen, später selbst den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.

Aber Gabriel dämpft auch diese Hoffnung: "Zur Zeit haben wir alle Hände voll damit zu tun, dass wir überhaupt die Ziele bis 2012 erreichen." Die Verhandlungen gingen in Trippelschritte voran, obwohl man Siebenmeilenstiefel bräuchte.

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