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Politik

UN-Generalsekretär reist nicht zur Olympia-Eröffnungsfeier

Angeblich steht es seit Monaten fest: UN-Chef Ban Ki Moon wird nicht zur olympischen Eröffnungszeremonie nach Peking reisen. Das olympische Feuer ist unterwegs nach Buenos Aires, wo erneut Proteste erwartet werden.

UN-Generalskretär Ban Ki Moon - AP

Terminlich verhindert: UN-Generalskretär Ban Ki Moon

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wird nicht an der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele in Peking teilnehmen. Ban habe der chinesischen Regierung bereits vor einigen Monaten seine Absage aus Termingründen mitgeteilt, sagte eine Sprecherin Bans am Donnerstag (10.4.2008, Ortszeit) in New York. Sein Fernbleiben stehe nicht im Zusammenhang mit der gewaltsamen Niederschlagung der antichinesischen Proteste in Tibet, sagte ein Mitarbeiter des UN-Generalsekretärs. Bereits mehrere Staats- und Regierungschefs hatten ihr Fernbleiben von der Feier angekündigt. Offiziell hieß es meist, die Teilnahme sei nie vorgesehen gewesen oder aufgrund von Terminproblemen nicht möglich.

Diskussion um sicheren Fackellauf

IOC-Chef Jacques Rogge - AP

Lobt die Zusammenarbeit mit China: IOC-Chef Jacques Rogge

Die Debatte um den Fackellauf hält unterdessen an: Die Organisatoren hätten dem IOC-Vorstand einen sicheren Ablauf der Veranstaltung zugesagt, sagte IOC-Sprecherin Giselle Davis in Peking. Dem IOC sei zugesichert worden, dass Maßnahmen getroffen würden, um die Risiken bei allen weiteren Stationen des Fackellaufs zu mindern. Der Fackellauf war seit seinem Start vor knapp drei Wochen im griechischen Olympia von Protesten gegen Chinas Tibet-Politik begleitet. IOC-Präsident Jacques Rogge hatte die gewaltsamen Demonstrationen in London und Paris als "Krise" bezeichnet. Rogge erklärte am Freitag aber in Peking, dass er "ausgezeichnete Olympische Spiele" erwarte. Der Stand der Vorbereitungen sei "exzellent". Das IOC habe "gute Dialoge" mit dem Organisationskomitee und der chinesischen Regierung geführt.

Der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert (SPD), kritisierte Rogge für dessen späte Reaktion auf die Proteste gegen den Fackellauf. Er habe sich gewundert, dass Rogge so lange gebraucht habe, um ein deutliches Wort zu sagen und "das auch als Krise zu qualifizieren", sagte Danckert im Fernsehsender Phoenix.

5800 Sicherheitskräfte in Buenos Aires

Am Freitag sollte die olympische Flamme über eine 13 Kilometer lange Strecke durch die argentinische Hauptstadt Buenos Aires getragen werden. Mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften hat sich die Stadt gegen mögliche Störungen des Fackellaufes gewappnet. Die Behörden mobilisierten 5800 Polizisten und Ordner. Eine derartig hohe Zahl an Sicherheitskräften zur Überwachung eines sportliches Ereignis war zuletzt unter der Militärdiktatur 1978 während der Fußballweltmeisterschaft in Argentinien aufgeboten worden. Die Flamme war am Vortag von San Francisco aus an Bord einer chinesischen Sondermaschine in Buenos Aires eingetroffen und sollte nach dem 14 Kilometer langen Lauf weiter nach Daressalam in Tansania reisen.

In Buenos Aires soll es nicht zu Protesten wie hier vor wenigen Tagen in San Francisco kommen - AP

In Buenos Aires soll es nicht zu Protesten wie hier vor wenigen Tagen in San Francisco kommen

In Japan lehnten die Sicherheitsbehörden den Einsatz chinesischer Sicherheitsbeamter zum Schutz der Fackel ab. Es sei eine Aufgabe japanischer Behörden, die olympische Flamme zu beschützen, sagte der Chef der Kommission für nationale Sicherheit, Shinya Izumi. Der Fackellauf soll am 26. April in Nagano Station machen. Nach der Veranstaltung in London war Kritik am aggressiven Verhalten der chinesischen Wächter laut geworden, die die Flamme durch die ganze Welt begleiten. Auch Indien und Australien haben den Einsatz der Chinesen in ihrem Land bereits abgelehnt.

China verärgert über US-Resolution

China reagierte am Freitag empört auf eine Resolution des US-Repräsentantenhauses, in dem ein Ende der Polizeiaktionen gegen demonstrierende Tibeter gefordert wird. Die Aufforderung an China sei boshaft, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Ihre Regierung sei zutiefst entrüstet und lehne die am Mittwoch verabschiedete Resolution des US-Repräsentantenhauses entschieden ab. Die Abgeordneten sollten ihre Empörung stattdessen gegen die Anhänger des Dalai Lama richten.

Der Dalai Lama ließ erklären, er werde sich während seines USA-Aufenthaltes möglicherweise auch mit Politikern treffen. Er war am Donnerstag in Seattle eingetroffen, hatte aber betont, dass es sich um einen strikt "unpolitischen" Aufenthalt handele. Geplant ist unter anderem eine fünftägige spirituelle Vortragsreihe. Die insgesamt 13-tägige USA-Reise führt den Dalai Lama auch in die Staaten New York und Michigan und wurde vor der aktuellen Tibet-Krise geplant. (tos)

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