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Nahost

UN-Generalsekretär besorgt über Gewalt

Nach dem Selbstmordanschlag in Damaskus mit mindestens 26 Toten hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. Die Forderungen nach einer Intervention der Vereinten Nationen werden immer lauter.

Zerstörtes Auto am Ort des Anschlags in Damaskus (Foto: dapd)

Der Ort des Anschlags in Damaskus

Er sei zutiefst besorgt über die verheerende Entwicklung in Syrien, ließ UN-Generalsekretär Ban Ki Moon über einen Sprecher mitteilen. "Keine Form von Gewalt ist akzeptabel", erklärte der UN-Chef weiter.

Offiziellen Angaben zufolge hatte ein Selbstmordattentäter sich in der syrischen Hauptstadt in die Luft gesprengt und 26 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 60 wurden verletzt. Im Staatsfernsehen war ein Ort der Verwüstung mit Leichenteilen, zersplitterten Fensterscheiben und Blutlachen zu sehen. Innenminister Ibrahim al-Schaar drohte, jedem, der die Sicherheit bedrohe, werde mit "eiserner Faust" begegnet.

Opposition: Regierung steckt hinter Anschlag

Syrischer Präsident Baschar al-Assad (Foto: AP)

Syriens Präsident Baschar al-Assad

Allerdings zweifelten Oppositionelle, gegen die die Regierung seit Monaten mit aller Härte vorgeht, die offizielle Darstellung an. Die Führung unter Präsident Baschar al-Assad selbst habe den Anschlag begangen, um einen Kampf gegen Radikale und nicht gegen eine Demokratiebewegung vorzugaukeln. "Das ist geplanter, systematischer Staatsterrorismus", sagte ein Sprecher der Freien Syrischen Armee, einem Verbund desertierter Soldaten.

In mehreren syrischen Städten gingen am Freitag erneut zehntausende Menschen auf die Straße. Sie warfen den Beobachtern der Arabischen Liga vor, das Blutvergießen bisher nicht gestoppt zu haben, und forderten eine Intervention der Vereinten Nationen. Allein auf dem Platz der Großen Moschee in Duma in der Region Damaskus demonstrierten nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 50.000 Menschen. Die Vereinten Nationen signalisierten derweil ihre Bereitschaft, die Arabische Liga bei der Beobachtermission in Syrien zu unterstützen.

Deutschland bekräftigt Forderung nach UN-Resolution

Die deutsche Regierung forderte erneut ein Ende des Blutvergießens in Syrien. "Die andauernde Gewalt mit täglich vielen Toten und Verletzten kann nur dann ein Ende finden, wenn das syrische Regime endlich in vollem Umfang seinen Verpflichtungen aus den Vereinbarungen mit der Arabischen Liga nachkommt und die Gewalt gegen das eigene Volk einstellt", erklärte das Auswärtige Amt in Berlin. Die Bundesregierung verurteile den Anschlag vom Freitag auf das Schärfste.

"Wir unterstützen den Einsatz der Arabischen Liga zu einer Beendigung der Gewalt in Syrien", heißt es in der Erklärung weiter. "Wir werden gleichzeitig unsere Bemühungen um ein klares Signal des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen in New York fortsetzen."

Der Weltsicherheitsrat ringt seit Monaten um eine Resolution gegen das Assad-Regime und will sich am kommenden Dienstag erstmals seit den Feiertagen wieder mit dem Syrien-Konflikt befassen. Die Arabische Liga, die eine Beobachtermission nach Syrien entsandt hat, will am Sonntag die Lage erörtern.

Autor: Frank Wörner/Thomas Grimmer (dpa, rtr, afp)
Redaktion: Hans Ziegler/Naima El Moussaoui

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