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Asien

UN-Generalsekretär Ban geschockt von Flut

Bei einem Besuch in Pakistan hat sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon geschockt vom Ausmaß der Flutkatastrophe gezeigt. Den Betroffenen sicherte er weitere Unterstützung der internationalen Gemeinschaft zu.

UN-Generalsekretär Ban im Gespräch mit Betroffenen (Foto: AP)

UN-Generalsekretär Ban versprach Betroffenen weitere Hilfen

Gemeinsam mit Pakistans Präsident Asif Ali Zardari überflog der UN-Generalsekretär am Sonntag (15.08.2010) einige der am schlimmsten Betroffenen Regionen. "Ich habe schon viele Naturkatastrophen in der ganzen Welt gesehen, aber noch nie so etwas wie das hier", erklärte Ban anschließend. "Den Wellen der Fluten müssen wir mit Wellen der Hilfe aus der ganzen Welt entgegentreten." In einem ersten Schritt kündigte der Generalsekretär an, weitere 10 Millionen Dollar aus dem UN-Nothilfefonds zur Verfügung zu stellen. "Wir brauchen jedoch mehr Hilfe der Staatengemeinschaft." Die Vereinten Nationen hatten bereits vor Tagen dazu aufgerufen, rund 460 Millionen Dollar an dringend benötigter Soforthilfe bereitzustellen. Davon ist bisher aber nur ein kleiner Teil eingegangen.

Pakistan fleht um eine "helfende Hand"

Ban überflog nach seiner Ankunft zerstörte Gebiete in der Provinz Punjab und traf in Muzaffargarh Überlebende. Auch Regierungschef Yousef Raza Gilani bat die Weltgemeinschaft eindringlich um Hilfe. Er rief das Ausland am Samstag in einer Fernsehansprache auf, Pakistan "eine helfende Hand zu reichen". Die Wassermassen hätten Lebensmittelvorräte und Getreide auf den Feldern zunichte gemacht.

Nach wie vor stehen ganze Landstriche unter Wasser (Foto: AP)

Nach wie vor stehen ganze Landstriche unter Wasser

Mehr Geld aus Deutschland

Die Bundesregierung stockte ihre humanitäre Nothilfe für die Opfer der Flutkatastrophe von zehn auf 15 Millionen Euro auf. "Es wäre auch dringend notwendig, dass die private Spendenbereitschaft stärker wird, denn gerade die sofortige Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft ist das beste Mittel, um Islamisten und Taliban den Nährboden zu entziehen", sagte Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel im ZDF.

Nach Behördenangaben ist ein Viertel der Fläche von Pakistan, vom unruhigen Nordwesten bis zum landwirtschaftlich wichtigen Südwesten, von den Überschwemmungen betroffen. Durch neue Fluten wurden in der Nacht zum Sonntag hunderte Dörfer in der südwestlichen Provinz Baluchistan verwüstet; zehntausende Menschen mussten fliehen.

Cholera und Durchfall

Laut UN-Angaben kamen bislang 1600 Menschen ums Leben. Die Vereinten Nationen bestätigten inzwischen den Ausbruch der Cholera im nordwestpakistanischen Swat-Tal. Mindestens 36.000 Menschen leiden an Durchfallerkrankungen, die ein Symptom für Cholera sein können. Mitarbeiter des UN-Kinderhilfswerks UNICEF impften bisher 13.000 Kinder und Frauen gegen Masern und Tetanus.

Notleidende Menschen im Katastrophengebiet in Pakistan (Foto: AP)

Die Seuchengefahr macht den Helfern im Katastrophengebiet zu schaffen

Wie das Kinderhilfswerk in Köln mitteilte, wurden von Deutschland aus weitere 100 Tonnen Medikamente, Hygieneartikel und Nahrungsmittel nach Pakistan geflogen. In der Region Punjab sollten in den nächsten Tagen flächendeckend vor allem Kinder und schwangere Fraue geimpft werden.

Aus Rücksicht auf die Opfer der Flutkatastrophe verzichtete die Staatsspitze auf die traditionellen Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am Samstag. Präsident Zardari erklärte in seiner Botschaft zum 63. Jahrestag des Endes der britischen Kolonialherrschaft, er bewundere "Mut und Heldentum" der Überlebenden. "Die Regierung wird alles in ihrer Macht stehende tun, um ihre Leiden zu lindern", versicherte er.

Autor: Marko Langer (mit afp, dpa)
Redaktion: Frank Wörner

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