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Aktuell Welt

UN fordert Milliardenhilfe im Kampf gegen Ebola

Vor einem Monat forderte die UN noch 100 Millionen Dollar für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie - nun ist es eine Milliarde Dollar. Bei einer Ausweitung der Krise drohe sonst Zusammenbruch der betroffenen Staaten.

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Lähmende Angst - Wirtschaftliche Folgen von Ebola

Die Vereinten Nationen haben zur Bereitstellung von einer Milliarde Dollar zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika aufgerufen. "Der Betrag, den wir fordern, ist von 100 Millionen Dollar vor einem Monat auf mittlerweile eine Milliarde angestiegen, er hat sich also verzehnfacht", erklärte David Nabarro, UN-Koordinator zur Bekämpfung der Ebola-Krise, vor Journalisten in Genf. Grund sei der gewaltige Anstieg der Erkrankungen. "Diese Zunahme ist beispiellos." In den von der Epidemie betroffenen Regionen Westafrikas leben nach Einschätzung der UN 22,3 Millionen Menschen.

"Dies ist eine enorme finanzielle Herausforderung", gab die UN-Nothilfekoordinatorin Valérie Amos zu. Die Summe werde aber dringend benötigt. Sollte die Epidemie nicht zügig unter Kontrolle gebracht werden, drohe eine gigantische humanitäre Krise. Bislang rechnete die UN mit einem Anstieg der Infizierten auf 20.000 bis zum Ende des Jahres. Mit zügiger internationaler Hilfe könnte die Zahl der Neuinfektionen gebremst und die Epidemie bis Ende des kommenden Jahres beendet werden.

Versorgung mit Nahrung und Wasser

Noch drohe aber eine Gesundheitskrise unbekannten Ausmaßes, warnte der Vizegeneraldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Bruce Aylward. Und die könnte auch Konsequenzen für die betroffenen Staaten haben: Ihnen droht nach Angaben der Vereinten Nationen der Zusammenbruch. Die Krise habe alle Lebensbereiche erfasst, erklärte UN-Koordinatorin Amos. Ein neu gegründetes Bündnis aus Staaten und Organisationen werde sich deshalb in den betroffenen Ländern auch um die Versorgung mit Nahrung und Wasser und die Behandlung anderer Krankheiten sorgen.

Die internationale Präsidentin von "Ärzte ohne Grenzen", Joanne Liu, verurteilte die weitgehende Untätigkeit der Welt gegen die Ebola-Krise. Die Chance, die Krankheit erfolgreich zu bekämpfen, drohe vertan zu werden. Dass Ebola derart dramatische Ausmaße angenommen habe, liege vor allem an der unzureichenden Hilfe aus dem Ausland. "Wir können schlicht nicht nachvollziehen, warum wir als private Hilfsorganisation die meisten Krankenbetten zur Verfügung stellen." Nach eigenen Angaben hat "Ärzte ohne Grenzen" mehr als 530 Betten in fünf Ebola-Behandlungszentren und etwa 2000 Hilfskräfte in der Region. "Trotzdem sind wir überfordert", so Liu.

Unterdessen kündigten zwei deutsche Hilfsorganisationen weitere Hilfe für Liberia an: action medeor und I.S.A.R. Germany wollen zwei Isolierstationen für die Behandlung von Ebola-Patienten in der Hauptstadt Monrovia aufbauen. Die Stationen sollen über insgesamt 44 Behandlungsplätze verfügen. "Wir dürfen die Menschen nicht im Stich lassen und müssen ihnen in Notsituationen helfen", erklärte der Vorstandssprecher von medeor, Bernd Pastors.

Liberias Präsidentin bittet um Hilfe

Die liberianische Botschafterin Ethel Davis begrüßte die Hilfe: "Wir brauchen jede Unterstützung, die nationalen Stellen sind überfordert."

Liberia hatte die Bundesregierung

förmlich um direkte Hilfe beim Kampf gegen die Krankheit gebeten. "Ohne mehr direkte Hilfe Ihrer Regierung werden wird diese Schlacht gegen Ebola verlieren", zitierte die "taz" aus einem Schreiben von Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ähnliche Bittschreiben sollen zudem an Australien, Brasilien, China, Indien, Japan, Kuba, Russland, Südafrika und die USA verschickt worden sein. Die Bundesregierung sagte eine Prüfung der Anfrage zu.

Seit dem Ausbruch der Epidemie in Westafrika starben nach WHO-Angaben bereits mehr als 2400 Menschen an dem Virus. Knapp 4800 Menschen infizierten sich mit Ebola. Die USA kündigten am Montag

die Entsendung von rund 3000 Militärangehörigen

nach Westafrika an. Die meisten Soldaten sollen in Liberia eingesetzt werden. Neben Liberia sind Guinea und Sierra Leone am schwersten von der Epidemie betroffen.

ab/gmf (afp, dpa, reuters)

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