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Aktuell Nahost

UN: Flüchtlingsnot in Syrien wie beim Genozid in Ruanda

Der Krieg in Syrien hat nach Angaben der Vereinten Nationen das schlimmste Flüchtlingsdrama seit 20 Jahren ausgelöst. Alle Appelle, zumindest im Ramadan eine Feuerpause einzuhalten, sind erfolglos verhallt.

Auch der muslimische Fastenmonat Ramadan hat der syrischen Bevölkerung keine Ruhe, keine Sicherheit oder auch nur eine Verschnaufpause zwischen den Fronten gebracht. An zahlreichen Orten wird weiterhin verbissen gekämpft zwischen Rebellen und Truppen des Machthabers Baschar al-Assad. Jeden Monat kommen in den Bürgerkriegswirren 5000 Menschen um, jeden Tag machen sich 6000 Syrer auf die Flucht.

Die Flüchtlingskrise, verursacht durch einen Krieg, in dem keine Seite mit einem Sieg rechnen kann, wird von den Vereinten Nationen als die schlimmste seit dem Völkermord in Ruanda 1994 bewertet. Inzwischen seien rund 1,8 Millionen Menschen in den Nachbarländern als Flüchtlinge registriert, erklärte UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres in New York. Im ostafrikanischen Ruanda waren Mitte der 90er Jahre schätzungsweise mehr als zwei Millionen Menschen nach dem Genozid geflohen. 

Viele Syrer flüchteten über die Grenze in die Türkei (foto: REUTERS)

Viele Syrer flüchteten mit ihren letzten Habseligkeiten über die Grenze in die Türkei

Zusammen mit UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos rief Guterres den Weltsicherheitsrat dringend zu mehr internationaler Hilfe auf, um das Leiden der Menschen in Syrien und der Flüchtlinge in den benachbarten Ländern zu lindern.

Deutschland nimmt weitere 5000 Syrer auf 

"Seit dem Völkermord in Ruanda haben wir keinen Flüchtlingsstrom auf eine so erschreckende Weise wachsen sehen", beklagte Guterres. Die humanitären Folgen seien "unerträglich". Amos berichtete, zur Zeit seien etwa 6,8 Millionen Syrer auf humanitäre Hilfe angewiesen, die Hälfte davon Kinder. Sie wiederholte die Forderung, zumindest während des Ramadan eine Waffenruhe einzuhalten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte jüngst an Assad appelliert, zum Fastenmonat seine Militäroffensive auszusetzen.

In Deutschland sollen in den kommenden Wochen die ersten der 5000 syrischen Flüchtlinge eintreffen, die man zusätzlich aufnehmen will. Laut Innenministerium leben bereits rund 16.000 Syrer in der Bundesrepublik, die aus dem kriegszerrütteten Land geflohen sind.

SC/sti (afp, dpae)