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Aktuell Europa

UN: Flüchtlinge überfordern Griechenland

Rund 42.000 Migranten sind nach UN-Angaben in den ersten fünf Monaten des Jahres mit Booten in Griechenland angekommen. Das sind sechs Mal mehr als im Vorjahreszeitraum. Dieser Zulauf sei nur mit EU-Hilfe zu bewältigen.

Von Januar bis Ende Mai 2014 waren in dem EU-Land lediglich rund 6500 Migranten angekommen. teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk mit. Zurzeit träfen im Schnitt pro Tag rund 600 Flüchtlinge über das Ägäische Meer auf den griechischen Inseln ein. Die meisten von ihnen kämen aus Syrien sowie dem Irak, Afghanistan, Somalia und Eritrea, erklärte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming.

Sie nannte die Bedingungen für die Ankömmlinge in Griechenland "schrecklich". "Die drei Aufnahmezentren auf Lesbos, Chios und Samos sind total überfüllt, viele Flüchtlinge - unter ihnen Familien mit Kindern - müssen unter freiem Himmel schlafen, und es fehlt an Nahrung sowie Trinkwasser", berichtete Fleming. Auf einigen Inseln hätten örtliche Freiwillige Restaurants und Bäckereien um Essensspenden für die Flüchtlinge gebeten.

Appell an die EU

Zur Bewältigung des dramatisch angestiegenen Flüchtlingsstroms benötigt Griechenland nach Einschätzung des UNHCR daher dringend Unterstützung. Das kurz vor der Staatspleite stehende Euro-Land verfüge nicht über die Mittel, zusätzlich eine humanitäre Katastrophe zu bewältigen, sagte Fleming. Ihre Organisation stocke vor allem auf den Inseln in der Ostägäis ihr Personal auf. Die Sprecherin rief die EU auf, die Unterstützung Griechenlands auszuweiten. Fleming fügte hinzu, in den kommenden Monaten sei mit einer weiteren Zunahme des Flüchtlingszustroms zu rechnen, da im Sommer erfahrungsgemäß mehr Menschen eine Fahrt über das Mittelmeer wagten.

Nach Angaben des UNHCR sind dieses Jahr bereits rund 90.000 Menschen über das Mittelmeer geflüchtet und damit doppelt so viele wie 2014. Die meisten (46.500) seien nach Italien gekommen, einige auch nach Spanien (920) und Malta (91). Rund 1850 Menschen seien bei der Passage auf oft seeuntüchtigen Schlepper-Booten ertrunken oder würden auf See vermisst. Ende Mai hatte die Europäische Union ihre Mitgliedsländer aufgefordert, in den kommenden zwei Jahren 40.000 Asylbewerber aus Syrien und Eritrea aufzunehmen und so die besonders betroffenen Länder Italien und Griechenland zu entlasten.

kle/wl (rtr, epd, afp, dpa)