1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

UN evakuieren Personal aus dem Jemen

Wegen der angespannten Sicherheitslage haben die Vereinten Nationen etwa 100 Mitarbeiter aus Jemens Hauptstadt Sanaa ausgeflogen. Auch Saudi-Arabien, das die Rebellen im Jemen bekämpft, evakuierte Diplomaten.

Brennendes Fahrzeug auf einer Straße im Jemen (Foto: epa)

Auto in Flammen: Die saudi-arabische Luftwaffe hat die dritte Nacht in Folge ihre Luftangriffe im Jemen fortgesetzt

Mehr als 100 UN-Mitarbeiter seien zum Flughafen von Sanaa gebracht worden und warteten nun auf ihre Verlegung in andere Länder, hieß es aus Kreisen der Vereinten Nationen im Jemen. In der Nacht zu Samstag hatten Kampfjets der Militärkoalition von Saud-Arabien und anderen arabischen Staaten erneut Angriffe auf die jemenitische Hauptstadt geflogen. In einem Gebiet westlich der Stadt, wo sich ein Stützpunkt der Nationalgarde befindet, waren Augenzeugen zufolge Explosionen zu hören. Demnach dauerten die Angriffe die ganze Nacht über bis in den frühen Morgen an. Es sollen die schwersten Bombardierungen seit Beginn der Luftangriffe vor drei Tagen gewesen sein.

HRW: Mehr als 30 Tote

Auch im Süden des Landes wurden über Dhaleh, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, Kampfflugzeuge gesichtet. Nach Angaben von Augenzeugen war sowohl in Dhaleh als auch in Sanaa die Flugabwehr der Huthi-Rebellen zu hören. Die saudi-arabische Armee teilte mit, der jemenitische Luftraum sei mittlerweile "vollständig unter der Kontrolle" der Militärkoalition.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisaton Human Rights Watch (HRW) wurden bei den Bombardements bereits zahlreiche Menschen getötet. Demnach starben allein in Sanaa mehr als 30 Menschen, unter ihnen sollen auch zwei Kinder sein.

Kampf um die regionale Vorherrschaft

Mit ihren Raketenangriffen bekämpft die Militärkoalition die schiitische Huthi-Miliz im Jemen und ihre Verbündete. Die Huthi-Rebellen hatten Sanaa im September unter ihre Kontrolle gebracht und waren in den vergangenen Wochen weiter nach Süden vorgerückt. Jemens Präsident Abd Rabo Mansur Hadi floh aus der Hauptstadt und erklärte die südjemenitische Hafenstadt Aden zu seinem neuen Amtssitz. Das saudische Königreich unterstützt Hadi und wirft dem schiitisch geprägten Iran sowie Jemens Ex-Präsident Ali Abdallah Salih vor, die Huthi-Rebellen zu unterstützen.

Kämpfe in Aden dauern an

Auch in Aden gab es wieder Gefechte zwischen Huthi-Rebellen und Gefolgsleuten des Präsidenten. Die Lage sei zunehmend angespannt und chaotisch, berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP. Die Gefechte verteilten sich auf mehrere Viertel. Am Freitag waren bei Kämpfen am Flughafen von Aden mindestens acht Menschen getötet worden.

Saudi-Arabien evakuierte aus Aden inzwischen zahlreiche Diplomaten. Sie seien von zwei Marineschiffen nach Dschiddah im Westen von Saudi-Arabien gebracht worden, berichtete der staatliche saudi-arabische Fernsehsender El-Echbarija. Unter den Diplomaten seien auch andere Nationen gewesen, hieß es weiter.

Al-Sisi befürwortet Militäraktionen

Mit der Krise im Jemen beschäftigen sich derzeit die Staats- und Regierungschefs der Arabischen Liga bei ihrem Jahrestreffen im ägyptischen Scharm el-Scheich. Saudi-Arabien bemüht sich um eine Resolution, die ein militärisches Eingreifen gegen die Huthis unterstützt. Dafür bekam das Königreich Unterstützung von Ägyptens Präsident Abdel-Fattah al-Sisi. Nach der Einmischung "ausländischer Mächte", so Al-Sisi, seien Militäraktionen nötig. Saudi-Arabiens König Salman kündigte an, die Luftangriffe würden fortgesetzt bis "Jemens Bevölkerung wieder in Sicherheit leben" könne.

Nach Angaben aus dem Weißen Haus erhält Saudi-Arabien für seine Angriffe derzeit logistische Hilfe und Geheimdienst-Informationen von den USA, die sich allerdings nicht direkt an dem Militäreinsatz beteiligen. Auch die Bundesregierung hält die Luftangriffe im Jemen für vereinbar mit dem Völkerrecht.

cw/cr (afp, rtr, dpa)