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Politik

UN-Entwicklungsprogramm mit neuer Chefin

Die frühere neuseeländische Regierungschefin Helen Clark leitet nun das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen. In ihrem Heimatland wurde die Wahl mit Freude aufgenommen.

Helen Clark (Foto: dpa)

Sie hat sich für die kommenden vier Jahre viel vorgenommen: Helen Clark, die neue Leiterin des UN-Entwicklungsprogramms.

Für die kommenden vier Jahre hat sich die 59-Jährige ein ambitioniertes Ziel gesetzt: In der weltweiten Finanzkrise die Geberländer dazu zu bringen, ihre Zusagen einzuhalten. Dem neuseeländischen Rundfunk sagte Clark am Mittwoch (01.04.2009): "Wir müssen sicherstellen, dass die westlichen Geberländer nicht hinter ihre Zusagen zurückfallen". Würden die Ausgaben gekürzt, würde das die Ärmsten der Welt besonders hart treffen.

Helen Clark war am Dienstag von der UN-Vollversammlung einstimmig für das Amt bestätigt worden. Sie löst Kemal Dervis ab. Der frühere türkische Minister und Entwicklungsexperte war Ende Februar aus - wie er angab - persönlichen Gründen zurückgetreten. Seitdem wurde die Organisation kommissarisch von seinem Stellvertreter Ad Melkert geführt.

Regierungserfahrung erwünscht

Entminungsaktion auf Zypern im Jahr 2005 (Archivfoto: dpa)

Das gehört auch zu den UNDP-Aufgaben: Die Entminung, wie hier auf Zypern

Helen Clark war von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon für den Posten vorgeschlagen worden. Bisher war das UN-Entwicklungsprogramm von Entwicklungsexperten geführt worden, nicht von Politikern. Nach Ansicht von Beobachtern fiel die Wahl auf die frühere neuseeländische Regierungschefin, weil in Zeiten schrumpfender Budgets politisches Verhandlungsgeschick und gute Kontakte nötig sind, um Gelder zu mobilisieren.

Clark kann damit aufwarten: Zunächst saß sie 27 Jahre als Abgeordnete im Parlament ihres Heimatlandes. Sie schaffte es, die zerstrittene Arbeitspartei zu einen und seit 1993 dann auch zu führen. 1999 wurde sie zur Regierungschefin gewählt, der ersten in Neuseeland. Nach jeder Wahl musste sie sehen, dass sie entsprechende Koalitionspartner gewann.

Sie handelte nach dem selbstgewählten Motto: "Mädchen können alles. Wir können alles tun und wir wollen als gleichberechtigt behandelt werden." Für sie war es wichtig, "dafür respektiert zu werden, dass ich in der Lage bin, diesen Job zu machen".

"Helengrad"

Ihre politischen Gegner warfen ihr einen autoritären Führungsstil vor. Sie sei ein Kontroll-Freak und regiere in kommunistischer Manier. Neuseeland sei eine Art "Helengrad". Clark sprach dagegen von einem Regierungsstil einer "starken Führerschaft".

John Key bei einer Rede nach seinem Wahlsieg Anfang November 2008 (Foto: dpa)

Ihm musste sich Clark im November 2008 geschlagen geben: John Key

Allseits respektiert wurde sie für ihr diplomatisches Geschick. Sie lehnte eine Beteiligung ihres Landes am Irak-Krieg ab, schickte aber Truppen nach Afghanistan. Außerdem war sie die bislang am längsten amtierende Vorsitzende der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft, zu der unter anderen die USA, China und Japan gehören.

Würdigung im eigenen Land

Ihr Nachfolger im Amt als Regierungschef, der Konservative John Key, würdigte die Nominierung Clarks am Mittwoch als große Ehre für Neuseeland. Der neue Chef der Arbeitspartei, Phil Goff, sagte, sie habe "die Qualitäten, das Vertrauen und die Fähigkeit, diese Aufgabe auszuführen".

Zu managen hat die als Workaholic bekannte Clark einen Haushalt von rund 13 Milliarden US-Dollar und eine Organisation, die in 166 Ländern aktiv ist. Ihr Amt tritt sie voraussichtlich Ende des Monats an. (bea/wa/rtre/ap/dpae/afpf)

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