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Humanitäre Katastrophe

UN befürchten Millionen Hungeropfer im Jemen

Dramatischer kann ein Appell nicht formuliert werden: Im bettelarmen Jemen warnen die Vereinten Nationen vor einer Hungersnot - der schlimmsten seit Jahrzehnten.

Angesichts der katastrophalen Zustände im Jemen hat der UN-Sicherheitsrat das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis aufgefordert, alle Flughäfen und Häfen in dem Krisenland für Hilfslieferungen offen zu halten. Dies sei angesichts der "schrecklichen humanitären Lage" dringend notwendig, sagte der italienische Botschafter Sebastiano Cardi, der dem Sicherheitsrat derzeit vorsitzt.

UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock hatte vor dem Gremium gesagt, im Jemen sei eine riesige Hungersnot "mit Millionen Opfern" zu befürchten. Wenn die saudi-arabische Blockade der See- und Flughäfen weiterhin keine Hilfslieferungen ermögliche, werde es "nicht wie die Hungersnot im Südsudan in diesem Jahr sein, wo Zehntausende Menschen betroffen waren", sagte Lowcock anschließend vor Journalisten. "Es wird nicht wie die Hungersnot 2011 in Somalia sein, wo 250.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Es wird die größte Hungersnot sein, die die Welt seit vielen Jahrzehnten erlebt hat."

Kann Aden schon angesteuert werden?

Jemen Hafen von Aden (picture-alliance/dpa/A.-B. Clasmann)

Der Hafen von Aden (Archivbild)

Die saudische Militärallianz hatte am Montag angekündigt, alle Luft-, Land- und Seeverbindungen in den Jemen zu kappen, um iranische Waffenlieferungen an die Huthis zu unterbinden. Unmittelbar nach der Sitzung des Weltsicherheitsrates soll der wichtige Seehafen in der jemenitischen Stadt Aden jedoch wieder geöffnet worden sein. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen Hafenvertreter, wonach die Sperre aufgehoben sei und normal gearbeitet werden könne. Aden ist weitgehend in den Händen der Kräfte, die gegen die Huthi-Rebellen kämpfen und die auch Saudi-Arabien unterstützt.

Im bettelarmen Jemen im Süden der Arabischen Halbinsel tobt seit 2014 ein Bürgerkrieg. Vom Iran unterstützte schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Militäreinheiten des gestürzten Staatschefs Ali Abdallah Saleh haben große Teile des Landes überrannt. Ein saudi-arabisch geführtes Militärbündnis unterstützt die Truppen des international anerkannten Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi und bombardiert seit rund zweieinhalb Jahren die Stellungen der Rebellen aus der Luft. Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

rb/sam (dpa, afp, ap, rtr)

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