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Aktuell Nahost

UN-Atombehörde hofft in Teheran auf Ergebnisse

Zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen loten Experten der Internationalen Atomenergieorganisation im Iran Wege einer diplomatischen Lösung des Atomstreits aus. Der Iran bekräftigte, er lasse sich nicht einschüchtern.

Die iranische Atomforschungsanlage Natans (Archivfoto: dpa)

Die iranische Atomforschungsanlage Natans

Anders als beim ersten Besuch Ende Januar, der nach Ansicht der UN-Behörde in Wien keine nennenswerten Fortschritte brachte, hofft das Expertenteam der Atomenergie-Organisation (IAEA) jetzt auf zwei konstruktive Tage in Teheran. "Das Wichtigste ist, die noch offenen Streitpunkte um die mögliche militärische Dimension des iranischen Atomprogramms anzugehen", sagte IAEA-Chefinspektor Herman Nackaerts am Sonntagabend vor dem Abflug auf dem Wiener Flughafen. Es geht auch um Fragen zu Atomanlagen, die in westlichen Geheimdienstberichten erwähnt werden, deren Existenz Teheran aber bestreitet.

Teheran hält an seinen Zielen fest

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Iran baut umstrittenes Atomprogramm aus (15.02.2012)

Irans Außenminister Ali-Akbar Salehi bekräftigte am Sonntag: "Wir werden unseren Weg und die friedliche Nutzung der Atomtechnologie ohne jegliche Zweifel und mit Selbstbewusstsein fortführen." Man sei "auf das schlimmste Szenario vorbereitet".

Zuvor hatten Diplomaten am Sitz der Internationalen Atomenergie-Behörde darauf hingewiesen, dass der Iran in Kürze mit der Installation tausender Uran-Zentrifugen der 4. Generation in der neuen unterirdischen Anreicherungsanlage Fordo nahe der Stadt Ghom beginnen könnte. Die leistungsfähigeren und schnelleren Zentrifugen könnten den Prozess der Uran-Anreicherung deutlich beschleunigen, berichtete die britische BBC unter Hinweis auf die IAEA in Wien.

Später relativierte allerdings ein westlicher Diplomat in Wien die Spekulationen über die Zahl der neuen Zentrifugen im Iran und erklärte: "Ich bin sicher, dass der nächste (IAEA-)Report über bedeutende Fortschritte in Fordo sprechen wird. Aber es wird eher um die Größenordnung von hunderten neuen Zentrifugen vom Typ IR-1 gehen, als um die Fähigkeit des Iran, in Kürze tausende Zentrifugen dazuzuschalten, seien es IR-1 oder andere." Er fügte hinzu: "Diese Fortschritte sind zwar unerwünscht und ein offener Bruch der UN- Sicherheitsratsresolutionen, aber sie sind nicht so sensationell wie die Medien sie darstellen."

In der vergangenen Woche hatte der Iran der EU schriftlich mitgeteilt, er sei zur Wiederaufnahme der seit einem Jahr auf Eis liegenden Gespräche über sein umstrittenes Atomprogramm bereit.

Der Westen verdächtigt die Führung in Teheran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Der Iran weist dies zurück. Bislang ignorierte Teheran allerdings auch alle Aufforderungen, die Anreicherung von Uran zu stoppen. Für Kernwaffen ist hochangereichertes Uran notwendig.

se/wl (afp, dpa, rtr)

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