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Humanitäre Hilfe

UN: Appell für die Hungernden verhallt

In drei afrikanischen Ländern und im Jemen sind 20 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Doch die Hilfe läuft nur schleppend an. Auch das Rote Kreuz warnt vor dramatischen Folgen.

Die Vereinten Nationen beklagen mangelnde Hilfe für mehr als 20 Millionen hungernde Menschen in Afrika und auf der arabischen Halbinsel, die noch zu Asien zählt. Für die Männer, Frauen und Kinder in Südsudan, in Somalia, in Nordost-Nigeria und im Jemen hätten Geber erst 422 Millionen US-Dollar bereitgestellt, sagte der Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe, Jens Laerke, in Genf.

UN-Generalsekretär António Guterres hatte die Weltgemeinschaft vor einem Monat aufgefordert, 4,4 Milliarden US-Dollar zu geben. Es gelte, Hungerkatastrophen in den vier Konfliktländern zu verhindern. Die Gewalt habe die Nahrungsmittelproduktion in den Gebieten zerstört. Die Hilfsorganisationen der UN benötigen das Geld bis Ende März, um Lebensmittel, Wasser und Medikamente an Millionen notleidende Menschen zu liefern.

Felder liegen brach

Die Vereinten Nationen und ihre Unterorganisationen sind seit Jahren in den betroffenen Regionen aktiv. Ihre Mitarbeiter sehen als erste die Flüchtlingsströme. Sie erkennen, wo die Felder nicht bestellt werden, und können abschätzen, wie viel Nahrung und Wasser nötig ist, welche Medikamente und welche Behandlungen die Menschen brauchen - und auch, was das alles kostet. Dabei arbeiten sie eng mit Nichtregierungsorganisationen zusammen, die am Ort tätig sind.

Antonio Guterres in Kenia (Reuters/T.Mukoya)

Dramatischer Appell: UN-Generalsekretär Guterres (Archivbild)

Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz bat unterdessen mit einem dringenden Appell um Spenden für die Betroffenen in Afrika und im Jemen. "Wir haben es mit einer massiven Krise zu tun", sagte Einsatzleiter Dominik Stillhart in Genf. Neben der akut erforderlichen Lebensmittelhilfe müssten freilich auch die Anstrengungen verstärkt werden, die Regionen zu befrieden.

Im Südsudan und im Jemen leidet die Bevölkerung unter bewaffneten Konflikten. Erst am Dienstag hatten die UN der südsudanesischen Regierung vorgeworfen, sie verweigere Einsätze der Friedensmission UNMISS in Gebieten, die von der Hungersnot betroffen sind. Der zerfallene Staat Somalia ist eine Dauerbrutstätte der Gewalt. Im Nordosten Nigerias überzieht die islamistische Terrormiliz Boko Haram die Menschen mit einer Terrorkampagne. Die Dschihadisten kämpfen dort für einen "Gottesstaat", in dem das islamische Gesetz der Scharia gelten soll.

jj/stu (dpa, epd)