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Bildung

Umweltschutz will gelernt sein

Ob Greenpeace, BUND oder WWF: Sie alle wollen in Seminaren und Sommercamps das Bewusstsein für die Umwelt fördern. Mit Käfern und Spinnen locken sie Kinder in die Natur und sind bei großen Umweltthemen weltweit vernetzt.

Ein Marienkäfer sitzt auf einer Margaritenblüte (Foto: Fotolia/K.-U. Häßler)

Glücksbringer Marienkäfer Käfer

"So viele Bienen habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen", quietscht Florian, als Sabine Timroth die Schutzfolie von einem Bienenstock abzieht. Aufmerksam beobachtet der 9-Jährige, wie Tausende der Insekten durch die Luft schwirren. Währenddessen nimmt Sabine Timroth eine Wabe heraus und zeigt auf die einzelnen sechseckigen Zellen: "Guckt mal, hier ist schon überall Wachs auf dem Honig. Das heißt, dass der Honig reif ist und wir ihn schon ernten könnten." Anna-Lena steckt ihren Finger hinein und probiert einen Tropfen. "Das ist lecker und süß", findet sie. Überhaupt seien Bienen total interessant. So sehr, dass sie sich auch bei sommerlichen Temperaturen lieber mit ihnen beschäftigt als mit Freundinnen ins Freibad zu gehen.

Imkerei und Naturforschertage

Sabine Timroth zieht die Schutzfolie von einem Bienenstock ab (Foto: DW/Anke-Martina Witt)

Sabine Timroth lernt kleine Imker an

Wie die anderen Kinder nimmt sie an einer Ferienaktion der Imkergruppe von "Janun" teil. Janun – dahinter versteckt sich die "JugendAktion für Natur- und Umweltschutz Niedersachsen". Seit mehr als 20 Jahren bietet der Verein seiner jungen Klientel zahlreiche Naturschutzprojekte an. So wie das Imkern: Einmal in der Woche kümmern sich die Kinder um ihre Bienen, reinigen die Waben und schleudern Honig, wenn es soweit ist. "Das ist ein Ausgleich zur Schule", sagt Betreuerin Timroth. Die Schüler würden so an die Natur herangeführt. Außerdem lernten sie, Verantwortung zu übernehmen.

Bei Janun geht es nicht nur um Bienen; der Verein veranstaltet auch Naturforschertage, ein Kinder-Erlebniscamp mitten in der Natur oder ganz spezielle Stadtführungen für Schüler zum Thema Globalisierung und Konsum oder Klimawandel. "Das Ziel ist natürlich, Kinder für Umweltfragen zu sensibilisieren und sie überhaupt erst mal in die Natur zu bringen", betont Bildungsreferent Achim Riemann. Hier kämen sie zur Ruhe und könnten Natur schätzen lernen. Naturschutz komme nämlich im Alltag oft viel zu kurz. "Deswegen ist es wichtig, sie immer wieder darauf aufmerksam zu machen und auch zu zeigen, was jeder Einzelne tun kann."

Naturschutz kennt keine Grenzen

Große Organisationen wie die Jugendgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, kurz BUNDjugend, die Naturschutzjugend NAJU oder Greenpeace Kids unterstützen Kinder und Jugendliche seit vielen Jahren bei solchen Aktionen. Gemeinsam ist es eben leichter, für gentechnikfreies Essen, eine giftfreie Umwelt oder die Rettung der Eisbären zu kämpfen.

Junge Erwachsene sitzen diskutierend zusammen (Foto: DW/Anke-Martina Witt)

Gemeinsam kann man mehr bewegen

Und am besten funktioniert eine Aktion, wenn möglichst viele mithelfen. Deshalb macht auch Janun nicht an den Grenzen halt: Der Verein organisiert viele internationale Begegnungen – zum Beispiel mit Jugendlichen aus Weißrussland, West Papua oder Grönland: "Es geht dabei auch um Völkerverständigung und darum, von anderen zu lernen“, sagt Referent Achim Riemann. Ein Beispiel ist das internationale Naturerlebniscamp. Eine Woche lang tauschen sich die Teilnehmer aus unterschiedlichsten Ländern über die Bedeutung von Natur in ihrer Heimat aus und lernen Methoden, um die Kinder zu Hause für Umweltschutz zu begeistern. Und so sitzen die jungen Erwachsenen in kleinen Gruppen im Kreis und diskutieren über Müll und Wasserknappheit im Nahen Osten und die Bedeutung der Natur im hohen Norden.

Der Blick über den Tellerrand

Vor allem aber erleben die Teilnehmer ganz neue Blickwinkel. "Ein israelischer Teilnehmer hat mir erzählt, wie weit er gehen muss, um einen Berg zu sehen", berichtet die Norwegerin Hege Jeanette Høgden. "Das klingt für mich absurd. Direkt in meinem Hinterhof fängt ein Wanderweg an. Für uns ist die Natur so leicht erreichbar."

Auch die 20-jährige Palästinenserin Asil Musleh ist begeistert von dem Camp. Sie will mal Ärztin werden und setzt sich in ihrer Heimat gezielt für die Umwelt ein. "Eine kaputte Umwelt wirkt sich auf die Gesundheit aus", sagt sie. "Wenn du also die Umwelt schädigst, dann wird sie dich schädigen." Für Ánde Trosten aus Norwegen ist es vor allem wichtig, internationale Kontakte zu knüpfen. Durch Treffen wie diese entstünden wichtige Netzwerke: "Am Ende ist es dein Netzwerk, das sicherstellt, dass du wirklich etwas verändern kannst."

Reihe: Lernen außerhalb der Schule

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