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Deutschland

Umweltpreis an "Leitfuchs" des Öko-Instituts

Der deutsche Umweltpreis 2010 geht an den Mitgeschäftsführer des Öko-Instituts Freiburg, Rainer Grießhammer, sowie die beiden Laser-Pioniere Winfried Barkhausen und Edwin Büchter.

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Rainer Grießhammer, Mitgeschäftsführer des Öko-Instituts in Freiburg

Engagement für den Klimaschutz und die Umwelt wird jedes Jahr von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit dem Deutschen Umweltpreis belohnt. Der Preis wird seit 1993 jährlich für vorbildliche Leistungen im Umweltschutz vergeben. Dies Jahr bekommen Grießhammer einerseits sowie Barkhausen und Büchter andererseits jeweils 245.000 Euro. Der frühere sowjetische Präsident Michael Gorbatschow erhält einen mit 10.000 Euro dotierten Ehrenpreis.

Edwin Büchter, Dr. Winfried Barkhausen, Dr. Rainer Grießhammer, Michail Gorbatschow (von o. l. nach u. r.) - Fotos: dapd

Edwin Büchter, Dr. Winfried Barkhausen, Dr. Rainer Grießhammer, Michail Gorbatschow (von o. l. nach u. r.)

Die Leistungen der Preisträger

Die DBU würdigte den 57 Jahre alte Grießhammer als vielseitigen Vordenker, Forscher und Vermittler des Umweltschutzes und als "Leitfuchs des Öko-Instituts". Er habe mit dafür gesorgt, dass es heute Ökobilanzen von Haushaltsgeräten, Kunststoffen und Textilien gebe, mit denen Verbraucher leicht verschiedene Produkte anhand von ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien miteinander vergleichen können. Sein Verdienst sei es unter anderem auch, dass die Menschen in Deutschland kritischer mit Chemikalien umgingen.

Die Ingenieure Barkhausen (51) und Büchter (41) haben ein Laser-Reinigungsverfahren für die Industrie entwickelt. Damit können Materialien und Werkzeuge etwa im Auto- und im Flugzeugbau ohne gefährliche Chemikalien gereinigt und von Lack befreit werden. So werde bei Reinigungsarbeiten der Energieverbrauch um bis zu 87 Prozent gesenkt. Außerdem entfielen giftige Reinigungsmittel als Abfall, teilte die Umweltstiftung mit.

Ehrenpreis für Gorbatschow

Der Ehrenpreis des Deutschen Umweltpreises wird nach Angaben der Stiftung unregelmäßig vergeben. In den 18 Jahren seit der ersten Verleihung des Deutschen Umweltpreises 1993 ist das erst zweimal geschehen: 2004 an Hannelore Schmidt und 2005 an Heinz Sielmann. Gorbatschow (79) ist der dritte Ehrenpreisträger des Deutschen Umweltpreises. Deutschland verdanke Gorbatschow nicht nur die Einheit, stellte die DBU fest. Der Politiker habe sich auch stets für den Umweltschutz eingesetzt, etwa als Schirmherr für das "Grüne Band" entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze oder als Vorsitzender der Umweltschutzorganisation "Green Cross". Nach seinem Ausscheiden aus der Politik habe er sich stets für eine globale Ethik der Verantwortung sowie für eine Einheit von Natur und Mensch eingesetzt.

Bundespräsident überreicht die Preise

Bundespräsident Christian Wulff (Foto: ap)

Bundespräsident Christian Wulff

Johannes Rau und Horst Köhler haben es vorexerziert, Christian Wulff wird die Tradition fortsetzen: Bei der Verleihung des Deutschen Umweltpreises am 31. Oktober in Bremen wird der Bundespräsident die mit insgesamt 500.000 Euro höchstdotierte Umweltauszeichnung Europas an die neuen Preisträger überreichen.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ist nach eigenen Angaben eine der größten Stiftungen in Europa. Sie fördert innovative beispielhafte Projekte zum Umweltschutz. Seit 1991 hat sie über 7.500 Projekte mit mehr als 1,3 Mrd. Euro unterstützt.

Autorin: Shenjun Liu (dpa, epd, kna)
Redaktion: Martin Schrader