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Kultur

Umwelt auf den ersten Klick

Unter dem Motto "Was wird, wenn's weltweit warm wird?" werden bis zu 2000 Jugendliche aus 50 Ländern zur dritten Internet-Konferenz "Agenda 21 Now!" erwartet. Thema diesmal: die Klimaerwärmung.

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Der Schüler war entsetzt, als Caroline ihm erzählte, dass sie Wasser aus der Leitung trinkt. "Bist du verrückt? Davon kann man doch sterben." Der Schüler lebt in Simbabwe, Caroline in Deutschland. Kennen gelernt haben sich die beiden im vergangenen Jahr bei der zweiten Umweltkonferenz im Internet. In der Nacht zum Donnerstag (25. April 2002) ist es wieder so weit. Ab Mitternacht wollen Jugendliche rund um den Globus 24 Stunden lang mit Experten aus Russland, Schweden, den USA und Neuseeland im Internet über Umweltprobleme konferieren. Zwei deutsche Schulen organisieren die Online-Konferenz.

Diskussionen in Englisch

Unter www.agenda21now.org diskutieren junge Menschen einmal im Jahr, wie sie die Ziele der "Agenda 21" im Alltag umsetzen können. Das Aktionsprogramm für Umwelt und Entwicklung wurde 1992 in Rio de Janeiro von 179 Staaten verabschiedet. "Wichtig ist der persönliche Austausch", sagt Caroline Scale (18), Schülerin der Anna-Schmidt-Schule in Frankfurt am Main.

Die UNESCO-Projektschule organisiert die Online-Konferenz gemeinsam mit der Integrierten Gesamtschule im pfälzischen Kandel. Die Teilnehmer reden darüber, ob sich seit Rio 92 etwas in der Umwelt, in der sie leben, geändert hat und ob sie darauf Einfluss nehmen können - alles in Englisch.

Wer nicht sachlich diskutiert, fliegt raus

"Da erzählt der eine, dass er nur morgens um halb fünf Wasser bekommt, ein anderer auf den Seychellen beschwert sich: 'Wenn ihr so weiter macht, saufen wir hier noch ab'", berichtet Caroline, die mit etwa 40 Schülern am 25. April von der Schulbibliothek in Frankfurt und Kandel aus die virtuelle Diskussion moderiert. Sie geben Themen vor, provozieren und zensieren. "Wer nicht sachlich diskutieren will, wird rausgeklickt", so Caroline resolut.

"Wir wollen keine weltverbessernden Ideen ausarbeiten, so idealistisch darf man nicht sein", betont Julia Wassenich (18), Mitschülerin und Moderatorin. "Wir wollen uns informieren, wo die Probleme liegen und verschiedene Meinungen kennen lernen."

Mitmachen können alle Jugendliche

Mitmachen bei "Agenda 21 Now" können alle Jugendliche ab 14 Jahren. Bedingung: Die Schüler müssen Grundkenntnisse in Englisch haben und über einen PC mit Internetanschluss verfügen, egal ob in der Schule, zu Hause oder im Internet-Café. Wie bei einer richtigen Konferenz müssen sich die Teilnehmer vor Beginn auf der Projekt-Website anmelden und erhalten zum Chatten ein Passwort.

Initiiert wurde die Konferenz erstmals vor zwei Jahren von Martin Jarrath, früher Lehrer der Schmidt-Schule. Jetzt unterrichtet er in Kandel. "Damals hatten wir nur acht Computer, haben improvisiert", erinnert sich Martin Greveler, technischer Leiter der Frankfurter Agenda-Gruppe. Ein Jahr später, zum Weltwassertag, war das Equipment größer, etwa 1200 Teilnehmer aus Australien, den USA, Russland und Simbabwe klickten sich ein, als es hieß: "Agenda 21 Now!". epd/(pg)

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