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Kultur

UMTS kommt doch noch

In 200 deutschen Städten ist der britische Mobilfunkkonzern Vodafone am 16. Februar ins UMTS-Zeitalter gestartet. Aber Deutschland bleibt Nachzügler: In mehreren Ländern Europas wird UMTS bereits seit 2003 genutzt.

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Bislang nur hinter Glas: UMTS-Handys

Das "Universal Mobile Telecommunications System" (UMTS) ist zunächst nicht über das Handy, sondern nur per Datenkarte am Laptop zu empfangen und hauptsächlich für Geschäftskunden gedacht. Nach der Einführung der UMTS-Datenkarten will der weltgrößte Mobilfunkbetreiber Vodafone im Spätsommer mit einem breiten Angebot von UMTS-Handys in den Massenmarkt starten. In Europa ist das System unter anderem auf der Isle of Man und in Monaco getestet worden. Probleme mit der Netzstabilität und Lieferschwierigkeiten bei den Geräten brachten bislang aber nur wenige Kunden.

Und wie weit sind die anderen europäischen Staaten mit UMTS?

In Großbritannien hatte UMTS europaweit Premiere. Dort ging als erstes Unternehmen Anfang März 2003 der Mobilfunkanbieter 3 auf den Markt. Die Tochter des Hongkonger Konzerns Hutchison Whampoa konnte in den ersten sechs Monaten gut 150.000 Kunden gewinnen. Inzwischen bietet 3 auch Video-Telefonate sowie Nachrichten-Clips etwa zu Rugby-Spielen an. Seit Mitte Feburar 2004 ist Branchenführer Vodafone als zweiter UMTS-Anbieter mit im Geschäft. Wie in Deutschland zielt das Angebot zunächst auf Geschäftskunden mit Laptop-Zugang, Handys sind vorerst nicht im Angebot.

Auch in Italien preschte als Frühstarter im März vergangenen Jahres der Hutchison-Ableger H3G vor. Die Firma meldete Mitte Dezember 300.000 Kunden und will bis Ende des Jahres zwei Millionen Nutzer für ihre Dienste gewinnen. Vodafone will auch hier demnächst nachziehen, Marktführer Telecom Italia Mobile (TIM) lässt noch auf sich warten.

In Österreich ging der Branchenprimus Mobilkom Mitte April 2003 an den Start. Bis Mitte Dezember brachte es das Unternehmen nur auf 1500 zahlende Kunden. Besser schnitt die im Mai nachgezogene Hutchison-Tochter 3 ab, die kurz vor Ende des Jahres 15.000 Nutzer vermelden konnte. Ende 2003 wagte sich auch der drittgrößte Anbieter, One, auf den Markt.

In Frankreich will das Unternehmen SFR im Mai 2004 erster Anbieter sein. Zunächst sollen "einige tausend" professionelle Nutzer in Paris, Lyon und Lille die Dienste nutzen können. Im Juni soll der UMTS-Standard auch für Privatkunden und zusätzlich in Nantes und Toulouse nutzbar sein. Die SFR-Konkurrentin Orange, eine Tochter des Ex-Monopolisten France Télécom, gab bislang noch keinen Starttermin bekannt. Auch bei Bouygues Télécom, die eine Lizenz erst 2002 und damit ein Jahr nach der Konkurrenz gekauft hatte, ist der Termin noch offen.

In Spanien will Vodafone wie in Deutschland mit computergestützten UMTS-Diensten auf den Markt. Den Briten zuvor kam allerdings die Mobilfunktochter des Ex-Monopolisten Telefónica, die nun gleichfalls Laptop-Karten zum Empfang von UMTS anbietet.

In Portugal, wo es ursprünglich bereits Ende Dezember 2001 losgehen sollte, müssen die Multimediadienste nach Angaben der Regulierungsbehörde Anacom nun zum 1. Juli verfügbar sein. Vodafone will auch dort noch im Frühjahr ans Netz.

In Skandinavien haben Schweden und Dänemark mit 3 von Hutchison die Nase vorn. In Schweden folgt Vodafone. In Finnland, dem Heimatland des Handyriesen Nokia, wird noch getestet und herrscht damit vorerst noch Funkstille.

Unter den zehn EU-Beitrittskandidaten ist Slowenien in der Pole-Position. Im Dezember startete Mobitel, Tochter des nationalen Telefonunternehmens Telekom, als einzige Lizenzinhaberin erste Dienste. Bis Ende des Jahres will die Firma 100.000 Kunden haben. In Tschechien übt sich Eurotel seit rund einem Jahr in Tests. (arn)

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