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Nahost

Umstrittener Stratege

Zuletzt hat er sich für Frieden eingesetzt, nicht für Krieg. Sir Michael Jackson, Generalstabschef der britischen Truppen am Persischen Golf, war vorher im Kosovo. In seiner Heimat kennt man ihn auch als "Darth Vader".

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Kriegs- und Friedensgeneral: Sir Michael Jackson

Jackson selbst nennt sich am liebsten Mike statt Michael. Seine Untergebenen haben ihn in Anlehnung an das Kino-Epos "Krieg der Sterne" allerdings "Darth Vader" oder auch "Prince of Darkness" getauft - angeblich halb aus Respekt, halb wegen seiner tiefen Stimme. Der Generalstabschef des Heeres, Jahrgang 1944, hat seinen Posten erst seit dem 3. Februar 2003.

Seine Ausbildung erhielt Jackson in der Militärakademie in Sandhurst. 1963 kommt er zum britischen Intelligence Corps. Er studiert Russisch in Birmingham und wechselt nach dem Abschluss zu den Fallschirmspringern - in den 1970er Jahren dient er in Berlin, aber vor allem in Nordirland.

Fragwürdige Rolle beim "Bloody Sunday"

Dort ist Jacksons Rolle zumindest in einem Punkt zweifelhaft: Am 30. Januar 1972 erschießen britische Soldaten vom 1. Fallschirmspringer-Bataillon 14 unbewaffnete Demonstranten, die gegen die Diskriminierung von Katholiken in Nordirland protestieren. Jackson ist als Captain und Adjutant des Bataillons an jenem Sonntag mit dabei und steht deswegen noch heute bei Menschenrechts-Organisationen in der Kritik. Manche sehen seinen Einsatz im Kosovo als Ablenkungsmanöver. "Eine Tragödie, aber keine geplante", soll Jackson später gesagt haben. Die Ereignisse des "Bloody Sunday" und die Rolle des Bataillons sind noch immer nicht genau geklärt.

Frieden bewahren im Tarnanzug

Der Vorfall hat für Jackson bislang keine Folgen. Als Kommandeur des 1. Fallschirmspringer-Bataillons (1984-86) verbringt er die Wintermonate im Trainingslager in Norwegen. Auch fürs britische Verteidigungsministerium arbeitet er einige Jahre. Danach ist er jahrelang im ehemaligen Jugoslawien stationiert, 1996 als Kommandeur der IFOR-Friedenstruppen in Bosnien, 1999 mit der NATO im Kosovo. Nun befehligt er die 30.000 britischen Soldaten am Golf.

Das Vorbild von Sir Michael Jackson (die Ritterwürde erhielt er 1998) ist der Herzog von Wellington, der Napoleon besiegte: "Ich bewundere seine Art, sich darauf zu konzentrieren, wie man seinen Job am besten erledigt", erklärt Jackson einmal.

Das Jackson-Erbe: Militär-Laufbahn

Der General bleibt für seinen Job auch oft nachts auf, gleicht das aber angeblich nachmittags gern mit einem Schläfchen aus. Außerdem mag er Whisky und Zigarren, Tennis und Skifahren - und er gilt als humorvoll.

Mittlerweile ist Jackson, der selbst aus einer Army-Familie stammt, zum dritten Mal verheiratet - zwei Mal mit derselben Frau. Er hat eine Tochter und zwei Söhne. Einer von ihnen ist ebenfalls im Bataillon der Fallschirmspringer, der so genannten Paratrooper.

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