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Ostmitteleuropa

Umstrittener Mäzen von "Radio Maryja" und der Bauernpartei Selbstverteidigung

- Recherchen der GAZETA WYBORCZA

Warschau, 28.6.2004, GAZETA WYBORCZA, poln., Mikolaj Lizut

Sowohl Pater Rydzyk als auch Andrzej Lepper bekommen Geld von Jan Kobylanski, einem Millionär aus Uruguay. "Gazeta Wyborcza" versuchte die Spuren des geheimnisvollen Mäzens von "Radio Maryja" und der Partei Samoobrona (Selbstverteidigung) zu untersuchen.

Dank des Geldes von Jan Kobylanski baut Pater Rydzyk ein neues Studio in seinem Fernsehsender Trwam in Torun (Thorn), das eines der größten Objekte dieser Art in Polen sein wird. Ein Architekt aus Torun, der unbedingt anonym bleiben wollte, schätzt die Kosten dieser Investition auf mindestens 43 Millionen Zloty (etwa zehn Millionen Euro).

Andrzej Lepper besuchte Jan Kobylanski in Uruguay schon vier Mal. Wie Jan Kobylanski selbst behauptet, nahm er auch Geld von ihm.

Ich habe mich entschieden, die Spuren des mächtigen Mäzens zu untersuchen und selbst nach Lateinamerika zu fliegen. Es war für mich völlig klar, dass Jan Kobylanski mit der "Gazeta Wyborcza" nicht reden möchte. Ich habe mich also als Student ausgegeben, der eine Magisterarbeit über die Polen in Südamerika schreibt.

"Besuchen Sie oft Polen?", fragte ich Jan Kobylanski.

"Früher besuchte ich Polen regelmäßig ein Mal in zwei Jahren. In der letzten Zeit fahre ich jedoch ungern nach Polen, weil mir Polen im politischen Sinne nicht mehr gefällt. Die Juden spielen sich auf und sind schon überallhin vorgedrungen und - von der Regierung bis zur Geschäftswelt und sogar in das polnische Episkopat. Ein Jude wird immer die Polen und auch andere Nationen hassen, weil das in seiner Religion und in seinen (...) Genen festgeschrieben ist. Nur wenige Polen sind sich dieser Bedrohung bewusst. Edward Moskal (radikaler Vertreter der Polen in den USA), Pater Rydzyk und ich versuchen, den Menschen die Augen zu öffnen. "Radio Maryja" ist die letzte Chance für die Rettung Polens. Aus diesem Grunde versuche ich, nach meinen Möglichkeiten zu helfen. Ich suche auch andere aufrichtige Leute in der polnischen Politik, wie z. B. Andrzej Lepper. Das ist ein einfacher Mensch, in den man viel investieren muss."

"Meinen Sie Geld?"

"Das auch".

Über den Lebenslauf und das Vermögen von Jan Kobylanski gibt es viele Legenden. (...)

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er zuerst in Österreich, dann in Italien, wo er sehr schnell das große Geld gemacht hat. 1952 reiste er nach Paraguay aus. (...)

In den achtziger Jahren begann er, sich mit Arbeiten für Polonia (polnische Organisationen im Ausland – MD) zu beschäftigen. Zehn Jahre lang war er Honorarkonsul der Republik Polen. Er wurde 2001 vom damaligen Außenminister Wladyslaw Bartoszewski entlassen. (...)

"Ich habe Herrn Kobylanski aus dem Amt des Honorarkonsuls Polens entlassen, weil er sein Amt zu eigenen politischen Zielen missbrauchte. Seine Tätigkeit richtete sich gegen die polnische Regierung und ein Honorarkonsul ist verpflichtet, die Republik Polen zu repräsentieren, Herr Kobylanski aber kompromittierte sie", sagte Wladyslaw Bartoszewski. (...) (sta)

  • Datum 01.07.2004
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