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Kultur

Umstrittene Wiederwahl

Weder Kritik noch Korruptionsverdacht konnten den FIFA-Präsidenten Joseph Blatter stoppen. Der umstrittene Schweizer entschied den Machtkampf im internationalen Fußball-Verband für sich.

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Joseph Blatter: "Die Fußball-Gemeinde lügt nicht!"

Der 66-jährige Blatter bleibt nach seinem Wahlerfolg auf dem 53. FIFA-Kongress am Mittwoch (29. Mai 2002) für weitere vier Jahre Präsident des Weltverbandes. Er erhielt 139 von 195 Stimmen. Sein Herausforderer, der FIFA-Vizepräsident Issa Hayatou, unterlag klar mit 56 Stimmen. "Ich werte das Ergebnis als großen Vertrauensbeweis in die FIFA und in mich", sagte Blatter nach seiner Wahl. "Jetzt sind wir alle wieder vereint und können wieder zusammen arbeiten."

Blatter war in den vergangenen Wochen stark unter Beschuss geraten. Der FIFA-Vizepräsident David Will hatte ihm noch am Dienstag vorgeworfen, er habe einen falschen Bericht über die Finanzen des Verbandes vorgelegt. Der Verband habe 2001 keinen Gewinn gemacht, wie von Blatter behauptet, sondern Verlust. Blatter verhinderte jedoch auf der FIFA-Versammlung Redebeiträge seiner Kritiker, so dass diese nur inoffiziell zu Wort kamen. Der Kongress wurde deshalb von zahlreichen Unmutsbekundungen der rund 200 Delegierten begleitet.

Hayatou lenkt ein

Auch Issa Hayatou hatte vor der Wahl an die Mitglieder appelliert, einen Führungswechsel herbeizuführen. "In zwei Jahren feiert die FIFA ihr 100-jähriges Jubiläum. Das ist der richtige Zeitpunkt, frischen Wind, Dynamik und Kraft hineinzubringen. Unsere Organisation befindet sich in großer Gefahr. Wir müssen ihr wieder Integrität und Stabilität zurückgeben", sagte der 56-jährige Afrikaner, der auch Vorsitzender des Afrikanischen Fußball-Verbands ist.

Nach der Wahl lenkte der Hayatou jedoch ein und gratulierte dem Gewinner. "Wie bisher kann der Präsident auf meine Bereitschaft zählen, mit ihm zusammenzuarbeiten", sagte Hayatou gegenüber Delegierten.

Blatters Opfer?

Keine Chance auf einen Friedensschluss mit Blatter dürfte derweil der FIFA-Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen haben. Zen-Ruffinen war mit einem explosiven Bericht über Blatters mutmaßliches Missmanagement an die Öffentlichkeit gegangen. Derzeit beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft in Zürich damit. Sobald die Fußball-Weltmeisterschaft vorüber ist, wird Zen-Ruffinen deshalb nach Ansicht von Experten wohl das erste Opfer unter Blatters neuem Regiment werden und seinen Posten verlieren. "Meine Aufgabe ist es, Frieden in unsere Familie zu bringen", kündigte der alte und neue FIFA-Boss an. "Und das werde ich auch tun."

Vorerst jedoch rief Blatter alle Verbandsmitglieder angesichts der am Freitag beginnenden WM zum Schulterschluss auf. Das Finale findet am 30. Juni beim Co-Gastgeber Japan stattfinden. Solange wird vermutlich Ruhe bei der FIFA einkehren. (mas/dpa)

  • Datum 29.05.2002
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