Umstrittene Marx-Statue trifft in Trier ein | Kultur | DW | 06.03.2018
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Kultur

Umstrittene Marx-Statue trifft in Trier ein

Am 5. Mai feiert Trier den 200. Geburtstag von Karl Marx. Grund für China, der Stadt eine mehr als vier Meter hohe Marx-Statue zu schenken. Nach monatelanger Debatte kommt der bronzene Marx nun in Rheinland-Pfalz an.

Anfang des 19. Jahrhunderts, die Industrialisierung ist in Deutschland in vollem Gange: Während die Arbeiter zunehmend verelenden, häufen die Fabrikbesitzer immer mehr Vermögen an. In diese Zeit wird Karl Marx am 5. Mai 1818 hineingeboren - in Trier. Die Umstände seiner Zeit machen ihn zum lautstarken Kritiker des bestehenden Systems, seine Lehre vom Kommunismus sollte die Welt umspannen und nachhaltig beeinflussen. Marx' "Kommunistisches Manifest" (1848) etwa, das er gemeinsam mit Friedrich Engels verfasste, zählt heute zu den meistgelesenen Büchern überhaupt.

Am 5. Mai jährt sich der Geburtstag des Philosophen zum 200. Mal. Dann soll in Trier eine 4,40 Meter hohe und 2,3 Tonnen schwere Bronzestatue seiner Person auf einem Platz nahe der Porta Nigra enthüllt werden - ein Geschenk der Volksrepublik China. Am Dienstag ist die Statue in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt ankommen. Anfang Mai soll sie nahe der Porta Nigra aufgestellt und enthüllt werden.  

Kopf einer Karl-Marx-Statue (picture-alliance/dpa/H. Tittel)

Gut verpackt angekommen: Die Karl-Marx-Statue liegt kurz nach der Ankunft noch in einer Holzkiste

Skepsis auf Seiten der Bürger

Das Werk des Künstlers Weishan Wu zeigt einen nachdenklichen Marx im Gehrock. Im März vergangenen Jahres konnten sich die Trierer dank eines aufgestellten Holz-Dummys bereits ein Bild davon machen. Neben einigen Gegnern aus dem Stadtrat galt es nämlich vor allem, die Bürger der Stadt von dem Geschenk zu überzeugen. Bei vielen Einwohnern löste unter anderem die enorme Größe des "Mega-Marx" heftige Kritik aus. Zudem befürchteten sie Pilgerscharen aus dem kommunistischen China.

Symbol der Unterdrückung?

Im Trierer Stadtrat sprachen sich damals die Fraktionen von AfD und FDP dagegen aus, das Geschenk anzunehmen, während sich alle anderen Fraktionen über das Geschenk freuten. Auch die CDU nannte Karl Marx "einen großen Sohn der Stadt". Kritik kam auch von Menschenrechtlern sowie Verbänden der Opfer kommunistischer Herrschaft. Mitte März vergangenen Jahres stimmte der Stadtrat dann aber mit klarer Mehrheit für die Annahme des Geschenkes

Immer wieder haben Marx- und Engels-Denkmäler in Deutschland Kontroversen hervorgerufen. Gegner der oft überlebensgroßen Statuen sehen in ihnen ein Symbol für die Unterdrückung in kommunistischen Regimen. Befürworter halten entgegen, dass Marx und Engels große historische Persönlichkeiten waren, deren revolutionäre Ideen nicht nur die deutsche, sondern auch die Weltgeschichte maßgeblich geprägt haben.

bb/pl (dpa/KNA)

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