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NS-Raubkunst

Umstrittene Gurlitt-Sammlung wird in Bonn und Bern zeitgleich ausgestellt

Ab November werden Teile der Gurlitt-Sammlung gleichzeitig in der Bundeskunsthalle Bonn und im Kunstmuseum Bern zu sehen sein. "Entartete Kunst" und NS-Raubkunst sind die unterschiedlichen Schwerpunkte.

Entartete Kunst - Der Fall Cornelius Gurlitt (picture-alliance/dpa/B. Pedersen)

Eine Kunstsammlung erhitzt die Gemüter: Der Fall Gurlitt wurde international intensiv diskutiert, hier als Thema in einem Theaterstück von Ronald Harwood 2015

Nachdem Ende letzten Jahres der Erbstreit entschieden und das Testament des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt für gültig erklärt wurde, konnte das große Planen beginnen. Nun wurde bekannt: Es soll eine Doppelausstellung geben. Unter verschiedenen thematischen Schwerpunkten werden die beiden Ausstellungen, die Werke aus der Gurlitt-Sammlung zeigen, am 2. November im Kunstmuseum Bern und 3. November in der Bonner Bundeskunsthalle eröffnet.

Ziel: Provenienzen klären, historisch einordnen

Schweiz Gurlitts Testament gültig - Kunstmuseum Bern (picture alliance/dpa)

Rechtmäßiger Eigentümer der Gurlitt-Sammlung: Das Kunstmuseum Bern

Unter dem Titel "Bestandsaufnahme Gurlitt" wollen die Ausstellungsmacher die Werke jeweils in den historischen Kontext eingebettet und mit dem aktuellen Forschungsstand zu ihrer Herkunft vorstellen. Dabei ist es auch erklärtes Ziel, weitere Hinweise auf unbekannte Provenienzen zu sammeln. In Bern liegt der Fokus der Präsentation auf Werken der so genannten "Entarteten Kunst" und auf Arbeiten aus dem Kreis der Familie Gurlitt.

Deutschland Cornelius Gurlitt in München Schwabing (babiradpicture)

Cornelius Gurlitt ein halbes Jahr vor seinem Tod in München-Schwabing

Der spektakuläre Kunstfund in der Schwabinger Wohnung von Cornelius Gurlitt hatte im Jahr 2013 weltweit Aufsehen erregt und eine hitzige Debatte über den Umgang mit Kunstwerken in Deutschland entfacht, die von den Nationalsozialisten geraubt worden waren. Gurlitts Vater Hildebrand war einer der Kunsthändler Adolf Hitlers.  Als Cornelius Gurlitt im Mai 2014 starb, hinterließ er seine millionenschwere rund 1500 Werke umfassende Sammlung dem Kunstmuseum Bern.

Der Kunstkrimi geht im Museum weiter

Die Bundeskunsthalle Bonn konzentriert sich auf Werke, die den Besitzern von den Nationalsozialisten entzogen worden waren sowie auf Werke, deren Herkunft noch nicht geklärt werden konnte. Vor allem werden in der Bonner Ausstellung die Schicksale der verfolgten - meist jüdischer - Künstler, Kunstsammler und Kunsthändler den Täterbiografien gegenübergestellt. Darüber hinaus soll der Kunstraub der Nationalsozialsten in ganz Europa thematisiert werden. 

Screenshot Camarote.21 Gurlitts Sammlung (DW)

Unter den 1500 Werken sind noch viele Provenienzen ungeklärt

Ursprünglich hatte die Bundeskunsthalle bereits Ende vergangenen Jahres eine Ausstellung zur Gurlitt-Sammlung zeigen wollen. Wegen des andauernden Rechtsstreits um das Erbe des Kunstsammlers wurde der Termin verschoben. Bei vielen der Werke aus der Sammlung besteht der Verdacht, dass es sich um Nazi-Raubkunst handelt. Die Bundeskunsthalle hatte von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) den Auftrag erhalten, eine Ausstellung mit den umstrittenen Werken zu erarbeiten. Die Bonner Ausstellung soll im Frühjahr 2018 auch im Kunstmuseum Bern gezeigt werden. Als weitere Station für ist für Herbst 2018 der Martin-Gropius-Bau in Berlin geplant.

jhi/rey (KNA/DPA)

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