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Kultur

Umstrittene Flick-Schau eröffnet

Berlin zeigt ab September die Kunstsammlung der Industriellen-Familie Flick. Auf deren Geschichte lastet ein schweres Erbe: Viele Bilder wurden mit Geld gekauft, das während des Nationalsozialismus verdient wurde.

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Der Enkel und die "umstrittene" Kunst

Die "Friedrich Christian Flick-Collection" gilt als eine der
hochkarätigen Sammlungen zeitgenössischer Kunst: 2500 Werke bedeutender Künstler hat der Mäzen im Laufe der Jahre zusammengetragen. Sie sollen nun nicht länger in Tresoren und Archiven verborgen bleiben, sondern werde nun in Berlin der Öffentlichkeit gezeigt. Zuvor hatte der kunstfreudige Millionär seine Preziosen lange Zeit vergeblich angeboten. Der Grund: die Familiengeschichte der Flicks.

Nationalsozialistische Kapitel

Friedrich Flick vor dem Kriegsverbrechertribunal in Nürnberg

Eine milde Strafe für Friedrich Flick beim Kriegsverbrechertribunal in Nürnberg

Die Dynastie der Flicks personifiziert nicht nur ein Stück deutscher Industriegeschichte, der Name steht auch geradezu symbolhaft für eine schreckliche und menschenverachtende Verbindung von Wirtschaftsunternehmen und Diktatur. Der Konzerngründer Friedrich Flick ließ schon in den frühen 1930er Jahren der Nationalsozialistischen Partei NSDAP Millionenbeträge zukommen und war Adolf Hitlers größter Rüstungslieferant.

Flick erwarb zudem einen Teil seines Riesenvermögens durch die Ausbeutung von Zwangsarbeitern und durch die "Arisierung", die verbrecherische Enteignung jüdischen Besitzes während der NS-Zeit. 1947 wurde er deswegen in einem der Kriegsverbrecherprozesse in Nürnberg zu sieben Jahren Haft verurteilt, kam vorzeitig frei und baute den Konzern wieder auf.

Schon 1960 war Flick wieder einer der reichsten Männer Deutschlands. Er sah sich stets zu Unrecht kritisiert. Bis zu seinem Tode 1972 weigerte er sich, auch nur die geringste Entschädigung an die überlebenden ehemaligen Zwangsarbeiter zu zahlen. Seiner Familie hinterließ Flick Senior ein großes Erbe, aber auch die Nachkommen
lehnten es ab, dem von der Bundesregierung und der Wirtschaft gegründeten Zwangsarbeiterfonds 2001 beizutreten.

Das schwierige Erbe

Flick- Affäre

Friedrich Karl Flick (links) und der frühere Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch (Archivaufnahme)

Der Sohn des Konzerngründers, Friedrich Karl Flick, bezeichnete sich zuweilen gern als "bekennender Steuerflüchtling". Er lebt hochbetagt in Österreich und gilt als einer der reichsten Männer des Landes. Nach einer aktuellen Statistik der sozialdemokratischen "Österreichischen Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung" hält der Unternehmer über seine Flicksche Privatstiftung in Österreich ein Vermögen von rund 6,1 Milliarden Euro.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, ob die Flick-Sammlung argumentativ noch zu retten ist.

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