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Aktuell Europa

Umberto Bossi stolpert über Finanzskandal bei Lega Nord

Der Gründer und Vorsitzende der rechtspopulistischen italienischen Lega Nord, Bossi, gibt wegen Korruptionsvorwürfen sein Amt auf. Die Partei war zuletzt zunehmend in den Strudel eines Skandals um Veruntreuungen geraten.

Dass der 70-jährige Umberto Bossi, der die Lega Nord zwei Jahrzehnte lang in autoritärem Stil führte, den jüngsten Skandal politisch überleben würde, galt schon seit Tagen als unwahrscheinlich. In dieser Woche hatte die Staatsanwaltschaft gegen drei Funktionäre der Lega Nord Ermittlungsverfahren eingeleitet. Im Zentrum des Skandals steht der bisherige Schatzmeister Francesco Belsito. Gegen ihn ermitteln die Staatsanwälte wegen Veruntreuung, Betrug, Geldwäsche und illegaler Parteienfinanzierung.

Gegen Bossi selbst wird nicht ermittelt. Allerdings sieht sich der langjährige Minister in Rom und alte Weggefährte des mehrfachen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi schweren Anschuldigungen ausgesetzt - so soll er seine Villa mit Steuergeldern renoviert haben. Italienische Medien berichteten zudem, Schatzmeister Belsito werde vorgeworfen, 200.000 Euro aus der Kasse der Partei an Bossis Söhne weitergeleitet zu haben. Auch Bossis Frau sei in die Sache verwickelt. Bossi wies die Vorwürfe zurück.

Selbsternannte "Saubermänner" straucheln

Der Veruntreuungsskandal trifft ausgerechnet die Partei, die sich stets als unbestechlich dargestellt hat und mit ihrer norditalienischen "Sauberkeit" geworben hatte. Bossi war bekannt für seine scharfen Worte gegen den "römischen Sumpf" und Italiens Süden.

Ein Trio soll die Partei übergangsweise bis zu einem Parteitag führen, teilte die Lega Nord mit. Darunter ist auch der ehemalige Innenminister Roberto Maroni, der zum neuen starken Mann in der Lega werden könnte. Bossi habe seinen Rücktritt als "unwiderruflich" bezeichnet, heißt es. Nach Medienberichten wurde von der Lega eigens für ihren Gründer Bossi das Amt eines Ehrenpräsidenten der Partei geschaffen.

Allein auf der Oppositionsbank

Die Lega Nord war nach dem Rücktritt der Regierung Berlusconi Mitte November vergangenen Jahres als einzige der größeren Parteien im Parlament in Opposition zur neuen Regierung unter dem ehemaligen EU-Kommissar Mario Monti gegangen. Sie wehrt sich vehement gegen Montis Sparprogramm.

qu/fab (dpa, dapd, afp, rtr)