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Politik

Umbau einer "Mogelbehörde"

Die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg kann endlich wieder arbeiten, denn sie hat einen neuen Vorsitzenden. DW-RADIO-Korrespondentin Nina Werkhäuser berichtet.

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Bevor am Freitag (22.02.) in Berlin der Name des neuen Mannes preisgegeben wurde - es ist der rheinland-pfälzische Sozialminister Florian Gerster - hatten alle Beteiligten ähnlich frustriert herumgesessen wie Arbeitslose auf den Fluren der Ämter. Waren doch die Statistiken der Arbeitsvermittler frech geschönt worden, so dass selbst Studenten, die ein paar Stunden als Weihnachtmänner jobbten, gleich als "vermittelt" in die Bilanz einflossen.

Diese fiese Mogelei hat den Kanzler im Wahljahr Punkte und den Chef der Bundesanstalt, Bernhard Jagoda, das Amt gekostet. Und weil beide betroffen sind, hat Gerhard Schröder diese Personalentscheidung auch gleich persönlich bekannt gegeben - Chefsache.

Finanziell abgesichert

Jagoda muss jetzt trotzdem nicht zum Arbeitsamt, er geht finanziell gut abgesichert in Rente, wenn er im März seinen Schreibtisch aufgeräumt hat. Sein Nachfolger wird erstmals kein Beamter sein, sondern einen gut dotierten Zeitvertrag bekommen - für qualifiziertes Personal müsse man eben ordentlich bezahlen, meinte dazu der Kanzler.

Nun sollen die Bundesanstalt für Arbeit und die angeschlossenen Arbeitsämter eine moderne Behörde werden, in der ehrlich Buch geführt und wird und "Dienstleistung" kein Unwort ist. Fragt sich, ob auch die langen Wartezeiten auf Linoleumfluren dann kürzer und die vorhandenen Arbeitsplätze effektiver vermittelt werden - es ist ja nicht so, daß es gar keine gäbe. Gerhard Schröder jedenfalls könnte bei den studentischen Weihnachtsmännern aus der Statistik schon mal Nachhilfe nehmen: Wenn er die Wahl gewinnen will, dann muss er nach dieser Pleite noch ein paar Geschenke hervorzaubern.