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Nahost

Um guten Eindruck bemüht

Entschieden hat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld einen Medienbericht bestritten, dass die US-Regierung Pläne für eine langfristige Militär-Präsenz im Irak habe. Die USA hätten andere Kriegsziele.

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Sympathiebekundung eines Irakers für die USA

Die USA wollen im Irak auf jeden Fall den Eindruck vermeiden, sie seien eine Besatzungsmacht. "Über die dauerhafte Nutzung der Militärbasen", versicherte Rumsfeld am Montag, "haben wir in der US-Regierung noch nicht einmal nachgedacht." Tatsache sei, dass die USA die Stützpunkte zur Zeit nutzen, um humanitäre Hilfe in den Irak zu bringen. Das habe aber nichts mit "längerfristiger" Präsenz zu tun. Schließlich gebe es ja noch nicht einmal eine irakische Regierung, mit der man sich über ein solches Vorhaben unterhalten könnte. Zu gegebener Zeit werde es Gespräche über die zukünftigen Beziehungen mit dem Irak geben, aber bisher seien noch "keine Entscheidungen gefallen und keine Schlussfolgerungen gezogen" worden.

Kriegsziele

Rumsfeld erinnerte noch einmal an die Kriegsziele der USA: das Regime zu entmachten, es daran zu hindern, seine Nachbarn zu bedrohen und Massenvernichtungswaffen zu finden. Doch vor allem mit letzterem tun sich die USA und ihre Verbündeten schwer. Auf die täglichen Fragen nach chemischen oder biologischen Waffen gibt es aus der US-Regierung immer die gleichen Antworten: Man sei sich sicher, dass sie da seien und man werde sie schon finden. Dies allerdings benötige seine Zeit, denn das irakische Regime sei ein Meister der Verschleierung gewesen und hätte sie gut versteckt. So gut, dass man auf Hinweise von Irakern angewiesen sei, um diese Massenvernichtungswaffen zu finden. Diese Hinweise würden jetzt allerdings verstärkt kommen, so Rumsfeld.

Zur Zeit beschäftigt sich ein Spezialeinsatzteam der USA mit der Suche nach Massenvernichtungswaffen, zu den Mitgliedern dieser Gruppe gehören unter anderem auch Agenten von CIA und FBI. Was die Soldaten der Koalition im Irak allerdings sehr wohl finden, sind Lager mit konventionellen Waffen. Zuletzt, so US-Stabschef Richard Myers, habe man südlich von Kirkuk ein solches Waffenlager entdeckt. Dort seien in 40 Bunkern Raketenwerfer, Raketen und Munition gefunden worden.

Garner in Bagdad

General Jay Garner spricht zu Journalisten in Bagdad

Jay Garner

Am Montag traf in Bagdad auch Jay Garner ein, der Chef der US-amerikanischen Behörde für den Wiederaufbau im Irak. Er besuchte ein Krankenhaus, ein Elektrizitäts-, ein Wasser- und ein Klärwerk und erklärte, sein erstes Ziel sei es, die Grundversorgung der Menschen im Irak sicherzustellen. "Wir werden helfen," sagte er, "aber das wird seine Zeit dauern." Er wollte allerdings nicht sagen, wie lange er im Irak bleiben wird. Garners Team wird zum Ende der Woche 450 Leute umfassen. Sie sollen auch die Wahl einer irakischen Übergangsregierung organisieren. Eine Aufgabe, die viele Iraker lieber ihren Landsleuten übertragen würden.

Saddam-Getreuen gefasst

Die Truppen der Oppositionsgruppe Irakischer Nationalkongress (INC) nahmen das frühere Mitglied des Revolutionären Kommandorats, Mohammed Hamsa Subeidi, in Hillah 80 Kilometer südlich von Bagdad gefangen, wie der INC am Montag mitteilte. Subeidi sei anschließend den US-Truppen übergeben worden. Subeidi gilt als ranghöchste Mitglied der entmachteten irakischen Führung, das bisher gefasst wurde. Über das Schicksal des ehemaligen irakischen Diktators gibt es nach wie vor keine gesicherten Informationen. Achmed Chalabi, Führer des Irakischen Nationalkongresses teilte am Montag mit, dass Hussein nach seinen Informationen am Leben sei und sich im Irak aufhalte.

Neue Freiheit der Schiiten

Unterdessen begann am Dienstag begleitet von politischen Spannungen in der Stadt Kerbela die religiöse Zeremonie der Schiiten zum Ende der Trauerzeit für den Imam Hussein. Mehrere hohe schiitische Geistliche, die auch eine Rolle bei der politischen Neuordnung des Landes nach dem Sturz von Saddam Hussein anstreben, erklärten, sie könnten aus Sicherheitsgründen nicht nach Kerbela kommen. Mohammed Bakr el Mussawi, ein bekannter schiitischer Geistlicher aus dem Nachbarland Kuwait, warnte die Pilger sogar ausdrücklich vor möglichen Terroranschlägen von Saddam-Anhängern in Kerbela.

Erstmals seit 25 Jahren konnten die schiitischen Pilger in diesem Jahr wieder in großen Gruppen und zu Fuß aus allen Landesteilen nach Kerbela ziehen. Dies war unter Saddam Hussein verboten. Es wird damit gerechnet, dass die Zahl der Pilger an den heiligen Stätten der Schiiten in Kerbela bis zum Mittwoch mehrere Millionen erreicht.

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