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Aktuell Europa

Ultrarechte knüppeln Homosexuellen-Marsch in Kiew nieder

Eine der seltenen Kundgebungen von Homosexuellen in der Ukraine: Die Rechtsextremisten vom "Prawy Sektor" wollten das nicht dulden und gingen mit brutaler Gewalt dagegen vor. Der Polizeischutz war zu schwach.

Für den Demonstrationszug war nur in der Szene geworben worden, man hatte bewusst erst einmal einen Ort außerhalb des Kiewer Stadtzentrums gewählt, unter starkem Polizeischutz. Trotzdem rotteten sich schon vor dem Beginn des "Marsches der Gleichheit" von Schwulen und Lesben Mitglieder des ultranationalistischen "Prawy Sektor" (Rechter Sektor) in der Nähe zusammen, die meisten in schwarzen Masken.

Diese versuchten, mit Knüppeln und Knallkörpern den Aufmarsch der Homosexuellen aufzulösen. Steine, Rauchbomben und Mülltonnen flogen auf die bis zu 200 Demonstranten der sogenannten "Gay Pride".

Die Kundgebung dauerte so nur etwa zehn Minuten, wie ein AFP-Reporter berichtete. Danach ging der Protest in den schweren Auseinandersetzungen der Rechtsextremisten mit den Aktivisten und der Polizei unter. Es gab viele Verletzte, darunter auch neun Beamte. Ein Uniformierter habe eine schwere Halsverletzung erlitten, als er den Angriff des "Prawy Sektor" abwehren wollte, teilte das ukrainische Innenministerium mit. Es gab demnach etwa 25 Festnahmen.

In Kiew zunächst eine bunte Kundgebung für die Rechte von Homosexuellen (foto: afp/Getty Images)

Es begann als eine bunte Versammlung friedliebender Ukrainer für die Rechte von Homosexuellen

An dem nur für Eingeweihte organisierten Demonstrationszug mit Regenbogenfahnen und Trommelwirbel nahmen auch ukrainische Parlamentsabgeordnete und Menschenrechtler teil. Auch eine deutsche Delegation der Partnerstadt München mit Stadträtin Lydia Dietrich und die EU-Abgeordnete Terry Reintke waren unter den Teilnehmern.

Im Vorfeld hatte der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko die Organisatoren nach Gewaltdrohungen der Nationalisten noch aufgefordert, die Veranstaltung abzusagen. Präsident Petro Poroschenko hatte die Demonstration allerdings als "verfassungsmäßiges Bürgerrecht" verteidigt.

SC/sp (afp, dpa, APE)