1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Musik

Ulrich Tukur swingt: Tourneeauftakt in Budapest

Ulrich Tukurs Gesicht ist aus dem deutschen Fernsehen nicht wegzudenken. Vielen unbekannt ist jedoch seine Karriere als Musiker. Nun steht ein besonderer Tournee-Auftakt an.

Ob Tatort, Fernseh- oder Kinofilm - der heute 59-Jährige war und ist auf vielen Leinwänden präsent. Musikalisch aktiv ist der Erzähler und Schauspieler seit 1995 unter dem Bandnamen "Ulrich Tukur & die Rhythmus Boys". Am Montag präsentieren die Deutsche Botschaft und die Deutsche Schule Budapest ein Konzert der besonderen Art: Der Auftakt einer internationalen Konzertreise in Budapest. Unter der Schirmherrschaft des Staatsministers für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth, spielt die selbsternannte "älteste Boyband der Welt" mit ihrem Programm "Swing im Frühling" bei eine Drei-Länder-Tournee von Budapest über Belgrad nach Laibach.

Zu Budapest hat Tukur ein ganz besonderes Verhältnis, wie er im DW-Gespräch verrät: "Ich habe im Jahr 1981 fünf Wochen hier verbracht, meinen ersten Film gedreht: 'Die weiße Rose', die Geschichte über den studentischen Widerstand gegen Hitler unter der Regie von Michael Verhoeven." Er könne sich heute an eine Stadt erinnern, "die natürlich ganz anders war: Das war grau, das war verfallen. Das war auch spannend, ganz merkwürdig leer. Es war viel weniger los." Er sei damals zum ersten Mal in einem Ostblockland gewesen.

Zwischen Nostalgie und Nonsens

Musik ist aus Ulrich Tukurs Leben ebenso wenig wegzudenken wie die Schauspielerei. Schon in den späten 1970er Jahren engagiert sich der studierte Schauspieler als Akkordeonspieler, Pianist und Sänger in der von ihm gegründeten "Floyd-Floodlight-Foyer-Band". 1989 folgt seine erste Schallplatte "Tanzpalast", auf der er eigene Klavier- und Akkordeoninterpretationen im Stil beschwingter Schellack-Zeiten zum Besten gibt. Mit seiner skurrilen Rock-, Nostalgie- und Nonsens-Show mit eben diesem Namen geht der musikalische Grenzgänger im selben Jahr auf Deutschlandtournee.

Ulrich Tukur (picture-alliance/Eventpress Hoensch)

Der Schauspieler weiß auch als Sänger zu überzeugen

Mit seinen Rhythmus Boys interpretiert Tukur Evergreens von Schlager bis Chanson und spielt Eigenkompositionen, dabei ist die gute Laune der Goldenen Zwanziger Programm. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, dass die Musik der Rhythmus Boys auch in Budapest funktioniert, zögert Tukur: "Das weiß ich nicht. Ich bin sehr gespannt. Keine Ahnung. Das ist natürlich sehr fröhlich, das ist schräg, das ist eine kuriose Art von Unterhaltungsmusik aus der vergangenen Zeit, die wir natürlich versuchen ironisch zu unterlaufen. Zu zerlegen und ganz neu aufzubauen." Er glaube aber, "dass es in Osteuropa auch sehr gut funktionieren könnte."

Auf vier Studioalben und eine über 20-jährige Bandgeschichte kann die Tanzkapelle mittlerweile zurückblicken. Die Bühne teilt sich Tukur, der selbst zum Mikrophon, Akkordeon oder Klavier greift, mit Kontrabassist Günter Märtens, Gitarrist Ulrich Mayer und Schlagzeuger Kalle Mews.

Liebevoll ironisch

Man sollte sich vom galanten Auftreten der vier Herren aber nicht täuschen lassen: Bei jeder Note schwingt auch ein wenig Ironie mit, ohne jedoch die nostalgische Unterhaltungskunst ins Lächerliche zu ziehen. Wie sie selbst sagen: "Wir wollen gar nicht ernst genommen werden!"

"Das Leben ist eine Tragikomödie, das Leben hat Abgründe, das Leben endet tödlich", sagt Tukur. Das Leben sei etwas, was man nicht verstehen könne. "Es ist aber immer auch gleichermaßen hochkomisch." Guter Humor sei immer "eine Lebensäußerung, die diesen Abgrund gelten lässt und in Rechnung stellt, aber eben auch versucht, mit Leichtigkeit und Witz darüber hinweg zu fliegen."

Unter Programmtiteln wie "Let's Misbehave" bringen Ulrich Tukur und seine drei Rhythmus Boys Schlager, Cha-Cha-Cha und alles andere mit dezenter Schrägheit auf die Bühne. Garniert wird das ganze mit einer ordentlichen Portion Selbstironie, hin und wieder auch mit Einlagen humoristischer Körperkunst. Da wird in bester Rockstarmanier posiert und sich in Trance gespielt. Ein Genuss für Viele: Wer möchte "Tatort"-Ermittler Murot nicht einmal musizierend erleben?

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema