Ukrainischer Oppositionspolitiker Saakaschwili möchte in den Niederlanden leben | Aktuell Europa | DW | 14.02.2018
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Antrag auf Familiennachzug

Ukrainischer Oppositionspolitiker Saakaschwili möchte in den Niederlanden leben

Michail Saakaschwili will sich in Amsterdam niederlassen. Von dort aus wolle er den "Kampf gegen die Korruption" in der Ukraine führen. Am Montag war der frühere Präsident Georgiens aus der Ukraine ausgewiesen worden.

Niederlande Mikheil Saakashwili (Getty Images/AFP/R. Engelaar)

Michail Saakaschwili nach der Ankunft in Rotterdam

Saakaschwili hat nach Angaben seines Anwalts Oscar Hammerstein bei der niederländischen Einwanderungsbehörde einen Antrag auf Familiennachzug gestellt. Der ehemalige georgische Präsident wolle sich in Amsterdam niederlassen, sagte Hammerstein. Michail Saakaschwili ist mit einer Niederländerin verheiratet und hat mit ihr zwei Söhne. Von Amsterdam aus wolle er seinen "Kampf gegen die Korruption" in der Ukraine fortsetzen, sagte der 50-Jährige, der von 2004 bis 2013 Staatschef in Georgien war.

Die Ukraine wirft Saakaschwili einen Putschversuch vor

Zugleich klagte er in der Ukraine gegen seine Ausweisung. Saakaschwili gilt als staatenlos, weil ihm 2015 erst die georgische und 2017 dann auch die ukrainische Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Er war am Montag in Kiew festgenommen und mit einem Charterflug nach Warschau abgeschoben worden. Der ukrainische Grenzschutz begründete die Maßnahme damit, dass Saakaschwili im September illegal in die Ukraine eingereist sei. Die ukrainische Regierung wirft ihm einen Putschversuch vor.

"Sie sind im Westen nicht willkommen"

Poroschenko hatte den Ex-Präsidenten aus Georgien 2015 als Gouverneur der Schwarzmeerregion Odessa in die Ukraine gerufen. Allerdings überwarfen sich die beiden Politiker bald, Saakaschwili ist seitdem als lautstarker Kritiker Poroschenkos bekannt.

Der frühere Präsident Georgiens appelliert an Europa, sich stärker im Kampf gegen korrupte ukrainische Oligarchen und Politiker zu engagieren. "Man muss ihnen deutlich machen, dass westliche Banken ihr Geld nicht mehr waschen werden, dass ihr Eigentum dort beschlagnahmt wird und dass sie im Westen nicht willkommen sind. Dies wird die Veränderungen in der Ukraine beschleunigen", sagte er in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Deutschen Welle.

mb/kle (dpa, afp)

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