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Aktuell Europa

Ukrainischer Luftangriff auf Separatistenhochburg Donezk

Die Luftwaffe der Ukraine hat erstmals die Rebellenhochburg Donezk im Osten angegriffen. In der Region verschlechtert sich die Lage für die Menschen immer mehr. Russland verstärkt wieder seine Truppen an der Grenze.

Bei dem nächtlichen Luftschlag habe es keine Opfer gegeben, teilte die Verwaltung der von prorussischen Separatisten kontrollierten Millionenstadt mit. Die ukrainischen Streitkräfte bemühen sich seit Wochen, die Rebellen aus ihren Hochburgen im Osten des Landes zu vertreiben und haben jüngst ihre Militäraktionen verstärkt.

Kiew kündigt Großoffensive an

Zwar gelang es der Armee, Slowjansk, Mariupol und andere kleinere Städte zurückzuerobern, doch gerät die Offensive gegen Donezk und Luhansk angesichts der heftigen Gegenwehr der Rebellen bislang immer wieder ins Stocken. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates in Kiew, Andrej Lyssenko, erklärtenjetzt, die Regierungskräfte würden eine massive Offensive zur "Befreiung von Donezk" vorbereiten.

Nach Angaben der Vereinten Nationen verschlechtert sich die Lage der Menschen in dem umkämpften Gebiet von Tag zu Tag. "Wir sprechen von 3,9 Millionen Menschen, die in einer von der Gewalt heimgesuchten Region leben", sagte John Ging vom Nothilfebüro der UN in New York in einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates. "Die Infrastruktur ist zerstört, Strom gibt es kaum und Wasser nur ein paar Stunden am Tag." Jeden Tag würden etwa 1000 Menschen aus dem Kampfgebiet fliehen. Seit Beginn des Konflikts seien 1376 Menschen getötet und mehr als 4000 verletzt worden.

Russlands UN-Botschafter Vitali Tschurkin, der die Dringlichkeitssitzung beantragt hatte, erklärte, es sei ein "echter Krieg" im Gange. Russland habe bereits 800.000 Flüchtlinge aufgenommen. Nach jüngsten UN-Angaben sind hingegen 285.000 Menschen aus der Ostukraine geflohen, davon rund 168.000 nach Russland.

Schlagabtausch bei UN

Die USA warfen der Regierung in Moskau Heuchelei vor. Ihre stellvertretende UN-Botschafterin Rosemary DiCarlo sagte: "Russland kann das alles beenden. Die Gewalt endet an dem Tag, an dem Russland seine Hilfe für die Aufständischen einstellt." Moskau müsse die Ukraine respektieren und die Besetzung der (annektierten Halbinsel) Krim beenden, forderte DiCarlo. "Und Russland muss endlich mit der Destabilisierung der Ostukraine aufhören."

Russischer Truppenaufmarsch

Gleichzeitig zeigten sich die USA beunruhigt über eine Verstärkung russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine. Nach den Worten von Pentagonsprecher John Kirby handelt es sich um etwa 10.000 gut ausgerüstete Soldaten. Die Ukraine sprach sogar von 45.000 russischen Soldaten an ihrer Grenze. Moskau äußerte sich dazu bisher nicht.

Alarmiert reagierte die Regierung des Nato-Mitglieds Polen. Die russische Armee habe ihre Gefechtsbereitschaft in der Region wiederhergestellt, sagte Außenminister Radoslaw Sikorski in einer Fernsehsendung. Es stünden dort mehrere Bataillone bereit. Diese sollten "nur Druck ausüben. Oder einmarschieren", erklärte Sikorski.

wl/SC (afp, dpa, dpa, rtr)