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Aktuell Europa

Ukrainische Waffenruhe ist brüchig

Im Osten der Ukraine ist die Waffenruhe verletzt worden. Schüsse und Explosionen waren zu hören. Auch das Rote Kreuz berichtet von Verstößen gegen die Feuerpause, humanitäre Hilfe sei nicht möglich.

Nahe der ostukrainischen Hafenstadt Mariupol gab es in der Nacht zum Sonntag mehrere schwere Explosionen. Reporter der Nachrichtenagenturen AFP und Reuters berichten übereinstimmend, dass vor Ort zahlreiche Detonationen zu hören waren. Dichter Rauch sei aufgestiegen und es habe anhaltendes Artilleriefeuer gegeben.

Den Berichten zufolge stand ein von regierungstreuen Kämpfern gehaltener Kontrollposten in Flammen. Ein Offizier der ukrainischen Armee sagte einem Reuters-Reporter: "Es gab einen Artillerieangriff. Wir haben eine Reihe von Einschlägen abbekommen, aber noch keine Informationen über Opfer." Der Reporter berichtete weiter, er habe gesehen, wie eine Industrieanlage, ein Lastwagen sowie eine Tankstelle in der Stadt in Brand gerieten. Die prorussischen Separatisten wiederum warfen der ukrainischen Armee vor, ihre Stellungen nahe Mariupol unter Feuer genommen zu haben.

An dem von der ukrainischen Armee besetzten Flughafen der Separatistenhochburg Donezk soll es ebenfalls Explosionen und Schüsse gegeben haben. Die Aufständischen in Donezk sprachen von vier getöteten Zivilisten. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Humanitäre Hilfe behindert

Auch das Rote Kreuz berichtet von Verstößen gegen die Waffenruhe. Lastwagen mit humanitärer Hilfe für die Separatistenhochburg Luhansk hätten wegen Granateneinschlags umdrehen müssen. Die Organisation mahnte, die Waffenruhe müsse strikt eingehalten werden. "Hilfe ist sehr nötig in der Ostukraine. Wir müssen sie in Sicherheit liefern können, sobald wie möglich."

Brüchige Waffenruhe bei Mariupol (Foto: Getty Images)

Dies soll der brennende Kontrollposten sein

Erste Gefangene frei

Erst am Freitag hatten sich die Vertreter der Regierungen in Kiew und Moskau sowie die prorussischen Separatisten auf die Feuerpause geeinigt. Die Umsetzung der Vereinbarung begann am Samstag. Die Separatisten ließen in der Nähe der Separatistenhochburg Luhansk ukrainische Soldaten frei, wie Präsidentensprecher Swjatoslaw Zegolko in Kiew bestätigte.

Die Regierung in Kiew will ihrerseits vermutlich am Montag die ersten Gefangenen freilassen. Geschätzt wird, dass die Separatisten etwa 1000 Soldaten in ihrer Hand haben und die Regierungstruppen etwa 200 moskautreue Kämpfer.

Die Präsidenten der Ukraine und Russlands, Petro Poroschenko und Wladimir Putin, hatten sich zunächst zufrieden mit der Waffenruhe gezeigt. In einem Telefongespräch am Samstag hätten beide Seiten "ihre Zufriedenheit darüber ausgedrückt, dass die Waffenruhe im Allgemeinen eingehalten werde", teilte der Kreml mit.

det/rb (afp, dpa, rtr)

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