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Aktuell Welt

Ukrainische Armee zieht sich aus Debalzewe zurück

Ukrainische Regierungstruppen ziehen aus dem seit Tagen umkämpften strategischen Verkehrsknotenpunkt Debalzewe im Osten des Landes ab. Viele Soldaten ergaben sich.

Die Soldaten und Kämpfer würden sich aus der von Separatisten umzingelten Stadt zurückziehen, meldet die russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf den ukrainischen Abgeordneten Semen Sementschenko, der auch als Freiwilliger in einer Miliz an der Seite der Armee dient.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bestätigte den Rückzug. 80 Prozent der Soldaten hätten die Stadt verlassen, sagte Poroschenko, der sich auf dem Weg in die Krisenregion befinden soll.

Der Pressedienst der prorussischen Separatisten, DAN, berichtet, viele Soldaten ergäben sich. In Debalzewe würden Hunderte Soldaten die Waffen strecken, zitierte der Pressedient Rebellen-Anführer Maxim Leschtschenko. In Korrespondentenberichten heißt es, viele ukrainische Soldaten hätten ihre Stellungen zu Fuß verlassen und würden beschossen.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini drohte mit weiteren EU-Sanktionen, falls die Kämpfe und weitere Verstöße gegen das Abkommen von Minsk anhalten. Das Vorgehen der prorussischen Separatisten in Debalzewe sei ein klarer Verstoß
der Waffenstillstands-Vereinbarungen.

Fällt Debalzewe unter das Minsker Abkommen?

Am Dienstag hatten die Rebellen gemeldet, 80 Prozent der Stadt eingenommen zu haben. Welche Auswirkungen die Kämpfe von Debalzewe für das Minsker Abkommen haben, war zunächst unklar. Während der Westen und die Ukraine darauf beharrten, dass die Stadt Teil des Waffenstillstandsabkommens sei, bestritt Russland dies.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte damit gedroht, das Kriegsrecht über das ganze Land auszurufen und die Kämpfe auszuweiten, falls der Waffenstillstand scheitere.

Sementschenko teilte auf seiner Facebook-Seite mit, der Rückzug geschehe geordnet. "Der Feind versucht die Straßen zu blockieren, um den Abzug der Truppen zu verhindern", erklärte er.

Russland Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag die Rebellen aufgefordert, abziehenden Kämpfern freies Geleit aus dem Kessel von Debalzewe zu gewähren.

Debalzewe ist ein wichtiger Eisenbahnknoten. Dort sollten sich zuletzt bis zu 7000 ukrainische Soldaten befinden. Sollte der Ort von den Rebellen erobert werden, hätten sie eine direkte Verbindung zwischen ihren Hochburgen Luhansk und Donezk geschaffen.

Poroschenko hatte den Vorstoß der Rebellen in Debalzewe als "zynischen Angriff" auf den Waffenstillstand bezeichnet. Der UN-Sicherheitsrat hatte am Dienstagabend in einer Resolution die sofortige Einhaltung der vergangene Woche vereinbarten Waffenruhe gefordert und darin ausdrücklich Debalzewe genannt.

haz/jj (rtr, dpa, afp)