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Fokus Osteuropa

Ukrainer sehen Verhältnis zu Russland zurückhaltend

Mit Skepsis schauen viele Ukrainer auf den künftigen russischen Präsidenten Wladimir Putin. Aber auch im eigenen Land rechnen die meisten Ukrainer nicht mit fairen Wahlen. Das zeigt der DW-Trend für die Ukraine.

Viktor Janukowitsch und Wladimir Putin (Foto: REUTERS/Alexei Nikolsky/RIA Novosti/Pool)

Viktor Janukowitsch und Wladimir Putin

Knapp die Hälfte der Ukrainer (47 Prozent) erwartet, dass sich die Beziehungen zu Russland unter einer Präsidentschaft Wladimir Putins nicht verändern werden. Dies zeigt der aktuelle DW-Trend des Monats April für die Ukraine. Das ukrainische Büro des Meinungsforschungsinstituts IFAK hat dafür im Auftrag der Ukrainischen Redaktion der Deutschen Welle eine Erhebung durchgeführt. In der ganzen Ukraine wurden repräsentativ 1.000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt.

Mit einer Mehrheit von 70 Prozent sehen die befragten Ukrainer Russland als wichtigsten Partner der Ukraine an. Nach der Wahl Putins zum russischen Präsidenten rechnen 26 Prozent der ukrainischen Bürger mit einem verbesserten Verhältnis zum östlichen Nachbarland. 14 Prozent hingegen erwarten eine Verschlechterung.

Dabei wird hier Putin durchaus als ein Problem gesehen und nicht so sehr der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch. So betrachten 60 Prozent der Befragten Putin als einen schwierigen politischen Partner für Janukowitsch. Lediglich 30 Prozent halten Putin für einen unkomplizierten Partner. Die Einschätzung in Bezug auf Janukowitsch ist exakt gegenläufig. In ihm sehen 60 Prozent der Ukrainer keinen schwierigen Partner für Russland. 26 Prozent sind hingegen der Ansicht, er sei ein komplizierter Verhandlungspartner für Putin.

Eine Skepsis der Ukrainer gegenüber Putin zeigt sich auch in der relativ hohen Befürwortung der Proteste in Russland gegen Wahlfälschungen und für mehr Demokratie. Rund jeder dritte Befragte in der Ukraine (35 Prozent) befürwortet die Demonstrationen. Der Anteil der Gegner liegt mit 42 Prozent nur leicht über dem der Befürworter. Es wird deutlich, dass der Anteil der Befürworter in allen Altersgruppen auf gleich hohem Niveau liegt und somit ein generationenübergreifendes Phänomen ist.

Bereits im DW-Trend für die Ukraine vom März 2012 zeigte sich, dass die Bereitschaft zu Protesten auch in der Ukraine sehr ausgeprägt ist: Das ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass das Vertrauen der Menschen in die demokratischen Mechanismen in der Ukraine schwindet. So rechnet in dem aktuellen DW-Trend für April eine deutliche Mehrheit der Ukrainer nicht mit fairen Parlamentswahlen im Herbst dieses Jahres. 70 Prozent der Befragten geben an, dass sie nicht an einen fairen und freien Ablauf der Parlamentswahlen glauben. Lediglich 14 Prozent erwarten einen rechtmäßigen Verlauf der Wahlen.

Diese starke Skepsis erstreckt sich gleichermaßen über alle Altersgruppen und alle Regionen des Landes. Das lässt den Schluss zu, dass die Ukrainer nur wenig Vertrauen in das legitime Handeln der politischen Führung haben.