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Fokus Osteuropa

Ukrainer rechnen nicht mit fairen Wahlen

Kaum ein Ukrainer glaubt, dass die Parlamentswahl Ende Oktober ehrlich sein wird. Das Vertrauen in Parteien und Politiker ist auf dem Tiefpunkt, die Wähler unentschlossen. Das belegt der aktuelle DW-Trend.

73 Prozent der Ukrainer glauben nicht, dass die Parlamentswahlen am 28. Oktober frei und fair ablaufen werden. Dies zeigt der aktuelle DW-Trend für die Ukraine. Dafür hat das ukrainische Büro des Markt- und Meinungsforschungsinstituts IFAK im Auftrag der Ukrainischen Redaktion der Deutschen Welle 1000 Ukrainer vom 20. August bis 3. September 2012 repräsentativ befragt.

Erneut bestätigt sich damit die große politische Skepsis der Ukrainer, die bereits in den DW-Trends der letzten Monate deutlich wurde. Lediglich 14 Prozent der Befragten erwarten faire und freie Wahlen. Auch unter den Spitzenkandidaten der Parteien gibt es für mehr als die Hälfte der Ukrainer (57 Prozent) keine Person, der sie politisch vertrauen.

Das Ansehen der Politiker ist somit bei den Ukrainern auf einem Tiefpunkt angelangt. Dabei zeigt sich außerdem, dass die Menschen vor allem Ehrlichkeit für die wichtigste Eigenschaft eines Politikers halten. 55 Prozent der Befragten sagen, sie bevorzugten einen Politiker, der sein Wort hält. Erst mit weitem Abstand werden Eigenschaften wie Kompetenz (19 Prozent) oder Unbestechlichkeit (10 Prozent) genannt.

Der mangelnde Glaube an ehrliche Wahlen und ehrliche Politiker führt auch dazu, dass die ukrainischen Bürger in hohem Maße unsicher oder unentschieden sind, wie sie bei den Parlamentswahlen votieren werden. Nur 30 Prozent der Befragten geben an, dass sie ihre Stimme wieder derselben Partei geben würden wie bei den letzten Parlamentswahlen. 42 Prozent hingegen wollen auf keinen Fall wieder für dieselbe Partei stimmen. 18 Prozent wissen noch nicht, wie sie sich entscheiden werden. Weitere zehn Prozent der Befragten sind sich nicht einmal sicher, ob sie überhaupt an den Wahlen teilnehmen. Unter ihnen sind viele, die schon beim letzten Mal nicht gewählt haben.

Vor diesem Hintergrund könnten die Parlamentswahlen, wenn sie fair und frei ablaufen, noch manche politische Überraschung bieten. Denn der Anteil der Wechselwähler ist sehr hoch. Zudem gibt es eine große Zahl von Wählern, die noch unentschlossen sind, ob und wen sie wählen sollen.