1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Ukraine zieht Militär von Krim ab

Die Ukraine beugt sich russischem Druck und zieht ihre Soldaten von der Krim ab. Moskaus Verteidigungsminister besucht die Schwarzmeer-Halbinsel.

Video ansehen 01:43

Kiew kann Krim nicht halten

Durch den Abzug der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel solle Leib und Leben der ukrainischen Soldaten und ihrer Familien geschützt werden, sagte Übergangspräsident Alexander Turtschinow in Kiew. Die Truppen würden ins ukrainische Kernland verlegt.

Zuvor waren russische Truppen mit Waffengewalt auf den Marinestützpunkt Feodosia vorgerückt, einen der letzten ukrainischen Militärposten auf der Krim. Russische Soldaten hätten bei der Besetzung der Marinebasis Blendgranaten und Automatikwaffen eingesetzt, während ukrainische Soldaten unbewaffnet gewesen seien, teilten ukrainische Militärs mit. Offiziere seien für Verhöre weggebracht und ukrainische Fahnen eingeholt worden.

Besuch des Verteidigungsministers

In den vergangenen Tagen haben russische Einheiten systematisch die Militäreinrichtungen der Ukraine auf der Krim unter ihre Kontrolle gebracht. Russland hatte sich die ukrainische Teilrepublik am Freitag ungeachtet internationaler Proteste einverleibt, nachdem sich die Bevölkerung in einem umstrittenen Referendum mehrheitlich für den Beitritt zur Russischen Föderation ausgesprochen hatte. Als erster ranghoher Vertreter der russischen Regierung besuchte am Montag Verteidigungsminister Sergej Schoigu die Halbinsel.

Nach Medienberichten ordnete Schoigu an, alle Waffen und sonstige Militärgüter in den ehemals ukrainischen Stützpunkten zu sichern. Er kam demnach auch mit früheren ukrainischen Soldaten zusammen, die sich den russischen Streitkräften angeschlossen hatten. Demonstrativ ernannte Schoigu den übergelaufenen ukrainischen Marinechef Denis Beresowski zum Vizekommandeur der russischen Schwarzmeerflotte. Wie von Moskau angekündigt, wurde auf der Krim der Rubel als zweite Währung neben der ukrainischen Hrywnja eingeführt. In den Banken und Geschäften war von der Währungsumstellung nach Korrespondentenberichten jedoch wenig zu spüren.

Bezahlt werden kann mir Rubel: Geschäft auf der Krim (Foto: DW/ Andrey Miroschnitschenko

Bezahlt werden kann mir Rubel: Geschäft auf der Krim

Unterdessen hat der Vorsitzende Regionalparlaments im ostukrainischen Donezk, Andrej Schischazki, von der Regierung in Kiew eine größtmögliche Dezentralisierung des Landes gefordert. "Ich bin für eine einige, ungeteilte Ukraine", betonte Schischazki. Doch Besonderheiten jeder Region müssten berücksichtigt werden. Sie sollten weitgehend über die von ihnen erarbeiteten Steuern bestimmen können. Die Führung in Kiew könne zudem Vertrauen im Osten gewinnen, wenn sie Russisch zur zweiten Staatssprache mache. In Donezk hatten in den vergangenen Tagen prorussische Demonstranten eine Volksabstimmung über einen Anschluss der Region an Russland nach dem Vorbild der Krim gefordert.

wl/sti (dpa, rtr, afp)

Audio und Video zum Thema