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Fokus Osteuropa

Ukraine: Wachstum braucht Energiesparen

Trotz deutlich gestiegener Energiepreise ist das Wirtschaftswachstum in der Ukraine stabil, stellt die EBWE in ihrem jährlichen Transitionsbericht fest. Ineffizienter Energieverbrauch gefährdet jedoch die Wirtschaft.

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Chemieindustrie muss Gasverbrauch drosseln

Nach Angaben der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) wird das Wirtschaftswachstum in der Ukraine dieses Jahr sechs Prozent erreichen. Im kommenden Jahr steigt für die Ukraine der Gaspreis von 95 auf 130 Dollar pro 1000 Kubikmeter. Um ein stabiles Wachstum zu sichern, müsse die Ukraine gewaltige Investitionen in energiesparende Maßnahmen vornehmen, betonte der Sprecher der EBWE-Vertretung in der Ukraine, Anton Usow im Gespräch mit der Deutschen Welle. Er stellte fest: "Beispielsweise verwendet die Chemieindustrie, die zu den größten Gasverbrauchern zählt, billigen Brennstoff. Deswegen hat man sich um den Verbrauch nicht gekümmert. Ich denke, dass der Anstieg des Gaspreises für die Ukraine ein wichtiger Faktor beim Energiesparen wird."

Kredite ermöglichen Energiesparen

Die EBWE unterstützt in der Ukraine Projekte, mit denen der Energieverbrauch effizienter gemacht werden soll. Im vergangenen Frühjahr gewährte die EBWE dem Kombinat Mittal Steel Krywyj Rih für Energiesparmaßnahmen einen Kredit in Höhe von 200 Millionen Euro. Im Oktober beschloss die Bank einen Kredit in Höhe von 100 Millionen Dollar zur Unterstützung von Energiesparmaßnahmen in kleinen Unternehmen. Die Kredite sollen über ukrainische Banken vergeben werden. Die EBWE will aber auch allen ukrainischen Verbrauchern das Energiesparen ermöglichen. Anton Usow von der EBWE sagte: "Die Bank plant im kommenden Jahr einen ähnlichen Kredit für ukrainische Bürger, beispielsweise für den Kauf von Heizkörpern oder Isolierfenstern."

Kostenlose Gutachten von EBWE-Beratern

Anton Usow zufolge werden die Energiepreise auch künftig steigen. Deswegen würden Energiesparmaßnahmen sowohl für Unternehmer als auch für die Bürger immer wichtiger. Oft könnten Unternehmer gar nicht objektiv feststellen, wo Energie gespart werden könne. Um die EBWE-Kredite bei Unternehmern bekannt zu machen, werden Berater, deren Tätigkeit von der österreichischen und schwedischen Regierung finanziert wird, kostenlos Informationen verbreiten und Energie-Gutachten erstellen. Mit einem solchen Gutachten werden die Unternehmer dann bei der Bank die notwendige Kreditsumme beantragen können. Insgesamt wird die EBWE für Energiesparprojekte 280 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Rekord-Investitionen erwartet

Die Ukraine wird mit der EBWE außerdem beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sowie bei der Verbesserung des Investitionsklimas zusammenarbeiten. Die Investition werden im nächsten Jahr eine Rekordsumme darstellen, meint Anton Usow: "Wenn man einen Vergleich zu den Jahren 2000-2001 zieht, so erreichte der Umfang der Geschäftstätigkeit in der Ukraine innerhalb eines Jahres damals 100 bis 120 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr wurden über 500 Millionen erreicht, und in diesem Jahr rechnen wir mit etwa 700 Millionen Euro." Während seines letzten Besuchs in der Ukraine versicherte der Präsident der EBWE, Jean Lemierre, Präsident Wiktor Juschtschenko, die Bank beabsichtige, im Jahr 2007 neue Projekte in Höhe von einer Milliarde Euro zu unterzeichnen. Damit nimmt die Ukraine beim Umfang der EBWE-Investitionen nach Russland den zweiten Platz ein.

Eugen Theise
DW-RADIO/Ukrainisch, 26.11.2006, Fokus Ost-Südost