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Aktuell Europa

Ukraine stellt geraubte Millionen-Gemälde sicher

Rund sechs Monate nach ihrem Diebstahl aus einem Museum in Italien sind in der Ukraine 17 Gemälde weltberühmter Künstler sichergestellt worden. Der ukrainische Präsident spricht von einer "brillanten Spezialoperation".

Staatspräsident Petro Poroschenko lässt sich in Kiew sichergestellte Werke zeigen (Foto: Reuters)

Staatspräsident Petro Poroschenko (links) lässt sich die sichergestellten Werke zeigen

Die drei bewaffneten Diebe wussten genau, was sie wollen. Zielsicher nahmen sie Werke von Rubens, Tintoretto und Pisanello von der Wand des Museums in Verona. Zuvor hatten sie eine Kassenmitarbeiterin und den Sicherheitsmann gefesselt, mit dessen Auto sie anschließend flüchteten. Das war im November 2015. Im März konnten die italienischen Behörden die Verhaftung von insgesamt 13 Verdächtigen in dem Fall vermelden und nun sind auch die verschwundenen Gemälde wieder aufgetaucht - in der Ukraine.

Der Fund der Bilder sei das Ergebnis einer "brillanten Spezialoperation", erklärte Staatspräsident Petro Poroschenko in der Hauptstadt Kiew. Den Gesamtwert der Kunstschätze bezifferte er auf bis zu 16 Millionen Euro. Das Sicherstellen der Bilder sei ein Beispiel für den Kampf seines Landes gegen Schmuggel und Korruption, sagte Poroschenko in Richtung Westen. Internationale Organisationen fordern von der früheren Sowjetrepublik seit Jahren ein schärferes Vorgehen gegen Vetternwirtschaft und Bestechung.

Spuren führen in die Republik Moldau

Ukrainische Grenzschützer fanden die Bilder in Plastiktüten versteckt auf einer kleinen Insel im Dnister. Der Fluss bildet die Grenze zwischen der Ukraine und der Republik Moldau. Die Gemälde seien von Mitgliedern einer kriminellen Vereinigung dorthin gebracht worden, erklärte die Grenzschutzbehörde.

Die Täter stammen offenbar aus der Ukraine, Russland und der Republik Moldau. Abgehörte Telefongespräche brachten die Ermittler auf ihre Spur. In den Telefonaten sollen sich die Verdächtigen zu einem "großen Schlag" gratuliert und erklärt haben, sie müssten nun ein paar Monate warten, bevor sie die Bilder abstoßen könnten. Nun sollen Vertreter der italienischen Behörden und Kunstexperten nach Kiew reisen, um die Gemälde zu authentifizieren und die Übergabe zu regeln.

djo/wl (ap, dpa)