Ukraine ordnet Rückzug von der Krim an | Aktuell Europa | DW | 24.03.2014
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Aktuell Europa

Ukraine ordnet Rückzug von der Krim an

Russische Soldaten haben den Marine-Stützpunkt Feodosia auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim überrannt. Es war einer der letzten Militärposten in ukrainischer Hand. Die Übergangsregierung in Kiew ordnete den Rückzug an.

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Russen erobern Krim-Stützpunkt

Die Marinebasis in Feodosia war eine der letzten Stützpunkte auf der Krim in der Hand des ukrainischen Militärs. Um sich den Weg zu bahnen, warfen die russischen Soldaten Blendgranaten und schossen um sich, wie das ukrainische Militär mitteilte. Auch Hubschrauber kreisten über der Basis. Die ukrainischen Soldaten seien dabei unbewaffnet gewesen. 60 bis 80 ukrainische Soldaten seien festgenommen und der Kommandeur mit einem Hubschrauber fortgebracht worden.

Ukrainische Offiziere abgeführt

Anschließend wurde die ukrainische Flagge heruntergerissen und die russische gehisst. Das gesamte Gelände im Westen der Krim sei jetzt von russischen Soldaten besetzt. Führende ukrainische Marineoffiziere wurden abgeführt.

Nach der Übernahme ordnete die ukrainische Staatsführung in Kiew den Abzug aller ihrer Truppen von der Halbinsel an. Übergangspräsident Alexander Turtschinow erließ den Befehl nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates. Dieser beschloss zudem, die Angehörigen der Soldaten in Sicherheit zu bringen.

Kriegsschiffe eingenommen

Am Wochenende hatte Russland die militärische Kontrolle über die Krim weitestgehend übernommen. Zwei ukrainische Militärbasen wurden kampflos von russischen Einheiten besetzt. Auch mehrere ukrainische Kriegsschiffe wurden von ihnen übernommen.

Russland hatte die ukrainische Teilrepublik am Freitag ungeachtet internationaler Proteste annektiert, nachdem sich die Bevölkerung in einem umstrittenen Referendum für den Beitritt zur Russischen Föderation ausgesprochen hatte.

Komplexe Lage auf der Krim

Der ukrainische Verteidigungsminister Igor Tenjuch bezeichnete die Lage auf der Krim zuletzt als "komplex" und bedauerte die kampflose Übernahme der Stützpunkte und Schiffe. Die russische Armee hatte schon einige Zeit vor der Eingliederung der Krim die Kontrolle über die Halbinsel übernommen und die ukrainischen Militäreinheiten in ihren Stützpunkten blockiert.

Strom gekappt?

Die neuen Machthaber werfen der Ukraine vor, die Stromversorgung zu kappen. Nur etwa 50 Prozent des vereinbarten Lieferumfangs komme im Moment auf der Krim an, sagte Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew in Simferopol. Er warf der Ukraine vor, die Halbinsel nach ihrem Anschluss an Russland nun unter Druck setzen zu wollen.

Wie ukrainische Medien berichtetn, war der Strom in Jalta, Sudak und Jewpatorija am Sonntag ausgefallen. Der örtliche Versorger Krimenergo gab dem ukrainischen Unternehmen Ukrenergo die Schuld an den Engpässen. Regierungschef Arseni Jazenjuk hatte zuvor in Kiew erklärt, dass ungeachtet der Spannungen die Halbinsel weiter versorgt werden solle, Russland dafür aber zahlen müsse.

uh/as (rtr,afp)

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