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Fokus Osteuropa

Ukraine: Kaum Vertrauen in die eigene Währung

Die Ukrainer vertrauen dem US-Dollar mehr als der eigenen Währung Hrywnia. Allerdings wird der Euro wegen der Krise in den EU-Staaten derzeit noch kritischer betrachtet. Das zeigt der DW-Trend für die Ukraine.

Ukrainische Banknoten (Foto: Fotolia/Sergey Kamshylin)

Ukrainische Banknoten

Viele Ukrainer machen sich Sorgen über eine mögliche Abwertung der heimischen Währung. Dies ist das Ergebnis des aktuellen DW-Trends für die Ukraine im Monat Juli. Dafür hat das Meinungsforschungsinstitut IFAK im Auftrag der Ukrainischen Redaktion der Deutschen Welle repräsentativ 1000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in der gesamten Ukraine interviewt.

Gefragt nach der Währung, der sie am meisten vertrauen, nennen 40 Prozent der Ukrainer den US-Dollar. Nur 22 Prozent vertrauen der heimischen Währung Hrywnia am meisten. Noch geringer ist mit 18 Prozent allerdings die Zuversicht in den Euro als Zahlungsmittel.

Diese Einschätzung spiegelt sich auch wider bei der Wahl der Währung zur Sicherung der eigenen Ersparnisse. Während 35 Prozent der Befragten über Hrywnia-Ersparnisse verfügen, haben 27 Prozent ihr Geld in US-Dollar angelegt. Nur jeder zehnte Bürger der Ukraine hat Ersparnisse in Euro. Knapp ein Drittel der Befragten gibt an, über gar keine Ersparnisse zu verfügen (30 Prozent). Am höchsten ist der Anteil derer, die über gar keine finanziellen Reserven verfügen, mit 40 Prozent bei den 50- bis 60-Jährigen.

Trotz des derzeit geringen Vertrauens in den Euro sehen die Ukrainer die Zukunft der Europäischen Union optimistisch. Mit 55 Prozent glaubt mehr als die Hälfte der Ukrainer, dass die EU-Länder ihre gegenwärtigen wirtschaftlichen und finanziellen Probleme in der Eurozone lösen werden. Lediglich 19 Prozent glauben nicht, dass die EU die Eurokrise bewältigen kann.

Hinsichtlich der Zukunft der Hrywnia sind die Ukrainer deutlich skeptischer. 39 Prozent der Befragten befürchten eine Abwertung der heimischen Währung noch in diesem Jahr. Dem stehen 32 Prozent gegenüber, die nicht mit einer baldigen Abwertung rechnen. 29 Prozent können sich keine Meinung zu diesem Thema bilden. Skeptisch sind die Menschen vor allem im Westen und im Zentrum der Ukraine. Hier befürchten 43 Prozent, dass es noch in diesem Jahr zu einer Abwertung der Währung kommt. Im Osten und Süden der Ukraine sind es 37 Prozent. Als möglichen Grund für eine Abwertung nennen zwei Drittel der Ukrainer (64 Prozent) eine falsche Wirtschaftspolitik der Regierung. Nur 18 Prozent glauben, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa eine Ursache sein könnte.

Insgesamt zeigt damit der DW-Trend im Juli 2012: Die Ukrainer sind beim Euro skeptisch. Aber das Vertrauen in die Wirtschaftskompetenz der EU-Länder ist größer als in die der eigenen Regierung.