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Fußball

Ukraine gibt Gas für die EURO 2012

In einem Jahr ist Anpfiff für die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Über den Stand der Vorbereitungen will die UEFA Mitte Juni beraten. In der Ukraine selbst sieht man sich halbwegs im Soll.

UEFA EURO 2012 Logo (Foto: AP)

Logo der EM 2012 vor der Kiewer St. Michaels-Kirche

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch. (Foto: dpa)

Wiktor Janukowitsch zeigt sich betont optimistisch

Der ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch zeigt sich betont optimistisch: 99 Prozent der Spielstätten und der wichtigsten Anlagen würden noch in diesem Jahr fertig gestellt. Das lässt sich Kiew einiges kosten. Derzeit würden pro Monat etwa anderthalb Milliarden Euro aus dem Staatshaushalt in den Ausbau der Infrastruktur rund um die EURO 2012 fließen. Der Präsident geht davon aus, dass sich die Investitionen am Ende auszahlen. "Nach unseren Berechnungen werden wir sogar ein wenig Gewinn machen", meint Janukowitsch.

Ganz so optimistisch ist Markian Lubkiwskyj nicht. Er ist der ukrainische Geschäftsführer der EURO 2012. Gar nicht entspannt ist er, was die Fertigstellung der Stadien und anderer Infrastrukturprojekte angeht. Ihm machen die Stadien in Kiew und Lwiw (Lemberg) Sorgen. In Lwiw hinkt auch der Flughafenausbau hinterher, ebenso in Donezk. "Wir haben aber keine Zweifel, dass die Bauarbeiten auf qualitativ hohem Niveau abgeschlossen werden. Wir wollen, dass dies so schnell wie möglich geschieht", betont Lubkiwskyj. Es gibt nämlich schlichtweg keine Alternativen. Zwar sind auch Dnipropetrowsk und Odessa Millionenstädte, doch als Ersatzspielorte kommen sie nicht in Frage.

Nach holprigem Start läuft es nun angeblich nach Plan

Wegen des schleppenden Baufortgangs galt Lwiw längere Zeit als Wackelkandidat unter den Austragungsorten. Doch Mykola Bondartschuk von der Regionalverwaltung in Lwiw wiegelt ab und beziffert ganz genau, zu wie viel Prozent das Stadion der Stadt fertig sei: nämlich zu 64 Prozent. Er geht von einem schnellen Bauabschluss aus. "Das Testspiel im Stadion ist für den 15. November geplant", sagte er. Und dabei wollen es die Verantwortlichen auch belassen. Der Bauleiter des Stadions, Aleksandr Kirilow, versichert: Es mangele weder an Baumaterial noch an Geld.

Die Arena in Donezk (Foto: Ria novosti)

Die Donbass Arena in Donezk ist bereits fertiggestellt

Nach holprigem Start ist nun auch der Umbau des Olympiastadions in Kiew in vollem Gange. Mit dem Tempo ist EURO-Organisator Lubkiwskyj zufrieden. Insgesamt sieht er die Hauptstadt gut gerüstet. So rechnet Lubkiwskyj bei der Anzahl der Hotelzimmer sogar mit einem Überangebot, denn schon bald werden mehrere neue Hotels fertig, darunter auch einige der Luxusklasse. Ende 2011 soll das neue Terminal für internationale Linienflüge des Kiewer Flughafens Boryspil in Betrieb genommen werden. Die größten Sorgen bereiten Lubkiwskyj der Zustand der Autobahnen. "Wir werden uns für unsere Straßen schämen", sagte er.

Abbau von bürokratischen Hindernissen und Sprachbarrieren

Die Ukraine will ihre Grenzen während der EM durchlässiger machen und die Einreisebestimmungen für EM-Besucher lockern. Die Leitung des ukrainischen Grenzschutzes bei einer Pressekonferenz in Kiew. (Foto: Aleksander Sawizky / DW)

Die Ukraine will ihre Grenzen durchlässiger machen

Damit die Grenzen zwischen der Ukraine und Polen nicht zum Hindernis für die Fans werden, will Polen zur EURO 2012 die Visa-Verfahren vereinfachen. So sollen vor allem Fans aus der Ukraine leichter die Spiele in Polen besuchen können. "Es ist geplant, dass eine Eintrittskarte zu einem Fußballspiel als Nachweis für den Reisezweck und den Erhalt eines Visums genügt", sagte der polnische Generalkonsul in Lwiw, Andrzej Drozd. EU-Bürger ihrerseits können hingegen seit Jahren visafrei in die Ukraine reisen.

Aktuell hapert es allerdings noch an der Kommunikation. Deswegen absolvieren ukrainische Grenzbeamte derzeit Englischkurse. 5.000 Beamte werden zur EURO 2012 sprachlich fit gemacht. Auch die Mitarbeiter der Polizei- und Sicherheitskräfte sollen Englisch zumindest soweit beherrschen, dass sie ein Gespräch führen können. Vizepremier Borys Kolesnikow gibt allerdings zu, dass die Sprachkurse bei Milizionären schwierig verlaufen. "Man kann nicht sagen, dass die ukrainische Miliz sprachlich auf die Meisterschaft gut vorbereitet ist", bedauert er. Kolesnikow zufolge sollen englischsprachige Studenten und Freiwillige den Milizionären an die Seite gestellt werden, damit die Sprachbarrieren nicht zum Hindernis werden.

Autor: Alexander Sawizki / Markian Ostaptschuk
Redaktion: Birgit Görtz / Arnulf Boettcher

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