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Kiew ruft den Notstand aus

Ukraine geht die Energie aus

Im jahrelangen Konflikt mit Russland war das immer ein Druckmittel: die Abhängigkeit der Ukraine von Energiequellen. Nun haben die Menschen in dem Land schon wieder mit einem Engpass zu leben - oder zu überleben.

Ukraine Avdiivka Großkokerei (Getty Images/AFP/E. Feferberg)

Wo die Kohle herkommt: eine Großkokerei im Donezk-Gebiet

Wegen Nachschubproblemen bei der Kohle aus der Ostukraine hat die ukrainische Regierung den Energienotstand erklärt. Nach dem Kabinettsbeschluss in Kiew rief Energieminister Igor Nasalik die Bürger zu energiesparendem Verhalten zuhause und am Arbeitsplatz auf. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, werde die Regierung die Energieversorgung in den verschiedenen Regionen des Landes abwechselnd unterbrechen müssen.

Ein "Verbrechen"

Neben der Nachrichtenagentur AFP berichtete auch dieKiew Post über die Problematik. Grund für den Notstand ist eine Blockade der für den Kohletransport benötigten Eisenbahnstrecken aus dem Osten des Landes durch ukrainische Ultranationalisten. Ihr Protest richtet sich seit zwei Wochen dagegen, dass die ukrainische Energiewirtschaft immer noch Kohle aus den Gebieten im Osten des Landes bezieht, die unter Kontrolle prorussischer Rebellen stehen.

Ministerpräsident Wolodimir Hroisman bezeichnete die Aktion auf der Kabinettssitzung als "Verbrechen". Der Regierungschef weiter: "Diese Blockade könnte Krankenhäuser und Privatunterkünfte von der Energieversorgung abschneiden. Gegen normale Menschen zu kämpfen, ist nicht akzeptabel."

Ukraine Wladimir Groisman (Reuters/V. Ogirenko)

Ministerpräsident Hroisman

Die Kohlelieferungen aus der Ostukraine waren trotz der dortigen Kampfhandlungen in den vergangenen Jahre fortgesetzt worden, weil Kraftwerke im ganzen Land auf diese Kohle angewiesen sind. Nun wenden sich die Blockierer auch dagegen, dass die Einnahmen aus den Kohlelieferungen in - ihrer Ansicht nach - falschen Kassen landen.

ml/cgn (afp, Kiew Post)

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